]]>Ich habe deswegen alle Wunscherfüllungs-Bücher von Bärbel Mohr. Nachdem mein Erfolg mit dem ersten nicht so berauschend war, kaufte ich auch noch die Nachfolgewerke – vielleicht steht ja drin, was man falsch gemacht hat, schließlich heisst eines sogar “Reklamationen beim Universum”. Zudem bin ich auch ein sehr visueller Typ, ich mag ästhetische Dinge. Mit einer schönen Verpackung kann man mich schnell ködern, und die Bücher waren alle hübsch aufgemacht, süßes handliches Format, Hardcover, ansprechende Farben und Motive.
Leider jedoch kann ich Dir nur recht geben, was den Inhalt betrifft: Der ist weniger ausgefeilt und sehr flapsig formuliert. Ich kann es schon im Web nicht nachvollziehen und ausstehen, wenn Leute ihre Aussagen so regelrecht dahinschnoddern. Ich rede nicht von Vertippern oder anderen Flüchtigkeitsfehlern, sondern der generellen Sorgloslosig- und Schlampigkeit. Ich meine, das steht nachher für viele lesbar im World Wide Web herum, da sollte man sich schon Mühe geben. Bei Büchern ist es ja noch viel schlimmer, die werden gedruckt, mit einem ansprechendem Cover versehen, für viel Geld verkauft und können nicht mal eben noch nachträglich editiert werden.
Bei vielen Menschen erweckt der Mohr-Stil wohl ein Gefühl der Bodenständig-, Vertraut- und Verbundenheit – allein schon das Geduze – , aber bei uns Fans der wohlfeilen, ausgeklügelten und intellektuellen Formulierungen stößt man damit auf Granit.
Deutlich besser fand ich da das Wunscherfüllungsbuch von Pierre Franckh. Leider hat er nur ein Buch geschrieben, aber ich habe mir noch die Karten dazu gekauft. Auch wenn ich mit seinen Tipps genauso wenig erfolgreich war, die Karten sind wegen der Fotos wunderschön anzusehen und mit den Sprüchen darauf taugen sie auch zur Aufmunterung zwischendurch. (Wenn man vom dem Thema nicht gerade generell die Nase voll hat natürlich.)
Was die These der kosmischen Wunscherfüllung und ihre Tücken betrifft:
Es ist das alte Lied. Es wird erwartet, dass man sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zieht, dabei sagt ja schon die Physik, dass keine Energie aus dem Nichts entstehen kann. (Ausgenommen Thesen, die sich auf Antimaterie-/Materieteilchen am Rand des Ereignishorizontes von Schwarzen Löchern beziehen. :mrgreen: )
Wer ohnehin schon erfolgreich ist, wird noch erfolgreicher, wer erfolglos ist, wird nur in seinem Unglück bestätigt, bis irgendwann jedes Vertrauen in das Universum, das Leben und andere Menschen dahin ist. Es ist deshalb ungerecht, weil der Weg schon so früh geebnet wird, schon in Kinder- und Jugendtagen, und es einem als Erwachsener fast unmöglich ist, diese zementierten Muster und Denkweisen aufzubrechen und umzukehren.
Ich vermute sogar, dass das Univerum so funktioniert. Du kannst vielleicht nahezu alles haben, was Du möchtest, aber Du musst loslassen und Dich selbst besiegen, was unmenschliche Anstrengungen erfordert. Deswegen schafft es im Endeffekt niemand. Und paradoxerweise hat vermutlich jemand, der dazu fähig ist, das Ganze gar nicht mehr nötig, weil er als erleuchteter Buddha an nichts mehr hängt. :roll:
Bei mir haben deshalb nur die Wünsche funktioniert, die belanglos, alltäglich und folglich relativ egal waren, und deshalb weder mit Angst vor Nichterfüllung, Not oder Zweifel besetzt waren. Den freien Sitzplatz in der U-Bahn – bei Pierre Franckh sind es Parkplätze – bekomme ich fast immer, obwohl die sehr limitiert sind und ich auch nicht zu den Zeitgenossen gehöre, die andere aus dem Weg boxen.
Nach Gesundheit oder nur einen vernünftigen Anästhesisten, der meine Beschwerden lindert, Liebe, Geld usw. kann ich mich wahrscheinlich bis ans Ende meiner Tage totwünschen oder erfolgslos abrackern.
Auch beim Bett würde ich eher auf irdische Versandhäuser und ggf. Ratenzahlung setzen. :D
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