Alle Jahre wieder, diesmal an dem graubraunen Februarwochende vom 10. bis 12.02.2006, findet im Hannoverschen Congress-Zentrum eine Esoterikmesse mit dem wohlklingenden Namen “Spirit-World” statt. In diesem Jahr war die kleine Messe mit einem großspurigen Heilerkongress kombiniert, der immerhin mit berühmten Referenten wie Rüdiger Dahlke aufwarten konnte. Da die Tageskarte für den Kongress mit 65€ mein bescheidenes Budget sprengte, begnügte ich mich mit dem Besuch der Spirit-Messe für 8,00€.

Schon im Foyer der Glashalle strömten mir Räucherstäbchenduft und Klänge indischer Meditationsmusik um Nase und Ohren. “Die Branche sorgt dafür, dass sie jedes Klischee erfüllt”, dachte ich mir schmunzelnd.
Die Gänge mit den Ständen waren schnell abgelaufen. Es gab das übliche Repertoire der Esoterik-Szene: Heilsteine, Auraphotographie, Channeling, Energiebilder, (angeblich) vor (bösem) Elektrosmog schützende Energiepyramiden, Wasseraktivatoren, Meditationskissen, Bücher, Räucherwerk und diverse Gesundheit verheißende Nahrungsergänzungsmittel.
Was den Besuch der Messe erst wirklich lohnend macht sind die Vorträge der Aussteller über ihre Arbeit und/oder Produkte. Zuerst hörte ich die Rede einer glückseligen Spiritus-Lehrerin über ihren Kontakt zum Höheren Selbst, welches bei jedem Menschen 30cm über dem Kopf schweben soll. Ach wären wir nur im immerwährenden, einklänglichen Kontakt zu unserem Höheren Selbst, dann könnten uns die Widrigkeiten des Lebens und die schreckliche Dualität nichts mehr anhaben, denn wir schwebten in kosmischer Glückseligkeit.
“Wozu”, frage ich mich dann, “sind unsere Seelen denn ins Fleisch und damit in die Dualität gegangen? Eben diese Dualität mit all ihren Schrecknissen und Wonnen wollten unsere Seelen bzw. das sogenannte Höhere Selbst doch offenbar erleben. Abenteuerreise auf den Planet des Schmerzes für glücksmüde Höhere Selbste.
Na klar, in jedem Menschen wirkt die Sehnsucht nach der Rückkehr in die allumschlingende Einheit. Diese Sehnsucht ist quasi der Motor, der uns durchs Leben treibt, immer auf der Suche nach Ersatz-Einheiten, sei es in zwischenmenschlichen Beziehungen, beruflichen Erfolgen oder kreativen Machwerken. Und dann vielleicht irgendwann, nachdem unsere Seelen sich unzählige male durch das schaurig-schöne Fleisch gewunden haben, dann kehren wir für immer zurück zum alleinseligmachenden Höheren Selbst – oder auch nicht.
Der völlig überfüllte Raum war zumindest Beweis für die Fleischesmüdigkeit vieler Menschen.
Der nächste Vortrag ging über die gute, alte Astrologie. Da weiß Persephone, was sie hat, wenn es auch keine wesentlichen neuen Erkenntnisse gab.
Des weiteren hörte ich einen Vortrag über die Möglichkeit Wasser mit Informationen zu programmieren, die dann wiederum den Menschen programmieren. Mein naturwissenschaftlicher Intellekt erfreute sich an chemischen Zeichnungen von Wassermolekülen inklusive Ladungsverteilung und meine intuitive Seite an einem mit Amethystkristallen gefüllten Aktivatorstab.
Tja und dann kam der Vortrag, der mich bewogen hat, einmal einen Blick auf den auch in der Esoterikszene um sich greifenden Abnehmwahn zu werfen und hiermit einen Lästereintrag darüber zu schreiben.
Der Geistheiler Mirko Kaczenski hatte seinen Vortrag mit dem Titel “Heilen und Abnehmen Workshop” im Programmheft angekündigt. Der Raum war zwar nicht überfüllt, aber die Teilnehmerinnen ließen keinen Zweifel daran, dass sie von dem Wort Abnehmen herbei gelockt worden waren. Auch meine Bekannte Evelyn, die ich aus der Meditationgruppe kenne und im Foyer getroffen hatte, war von diesem Zauberwort angezogen worden.
Nur leider enttäuschte der kleine, hektische Geistheiler seine Zuhörerschaft gleich zu Beginn. Nicht nur, dass er sich das akademische Viertel gegönnt hatte, er wollte auch noch mit dem Heilen beginnen. Sogleich meldete sich eine Dame und verlangte, mit dem Thema Abnehmen zu beginnen. Mirko ließ sich jedoch nicht beirren und demonstrierte seine Heilkünste an zwei schmerzleidenden Damen aus dem Auditorium und wollte dann so flink wieder entschwinden wie er gekommen war. Sogleich protestierte eine blonde Dame zu Wort: “Sie wollten doch etwas über das Abnehmen sagen!”. Zustimmendes Gemurmel im Raum. Der vielbeschäftigte Geistheiler entschuldigte sich mit Termindruck und lud alle Interessierten ein, zu ihm an den Stand zu kommen und sich zu informieren.
Frustiert murmelte die blonde Abspeckwillige: “Ich soll wohl nicht abnehmen”. Derweil erbarmte sich eine für “Bild der Frau” schreibende Journalistin, die bereits Mirkos Abnehmprogramm offensichtlich erfolglos absolviert hatte, das Prinzip zu erklären. Man müsse ihm regelmäßig per Telefon bescheid sagen, dass frau nun für die Behandlung bereit sei. Dann kämen via Fernheilung seine appetitverderbenden Strahlen.
“Das ist ja furchtbar”, warf ich ein, “da geht ja jeder Genuß verloren”. Wer abnhemen will muss nun einmal leiden, auch wenn die Diätpäpste gerne anderes versprechen.
Kümmerten sich die Esoteriker früher rein um spirituelle Belange und schenkten der Körperform wenig Beachtung, hat es sich mittlerweile auch in der Eso-Szene herumgesprochen, dass sich mit der Verheißung, Speckpolster ins Nirwana zu jagen, viel Geld verdienen läßt.
Nun könnte man ja meinen, spirituell orientierte Menschen im partiellen Einklang mit ihrem Höheren Selbst wüßten es besser und würden nicht der allseits geprießenen Abwertung des Fettes als böse und ekelhaft folgen. Schließlich gelten Reinkarnation und Karma als allgemeiner Konsens in der Eso-Szene. So wäre es für Esoterikmeister und alle, die es werden wollen, doch ein leichtes den innig lauschenden Anhängern zu sagen:
“Deine Seele hat sich inkarniert, um Erfahrungen zu sammeln, die nur in der fleischlichen Existenzform möglich sind. Sinnliches Erleben gehört ebenso dazu wie das Spiel mit der Körperform. So hast du vielleicht schon Leben hinter dir, in denen du Hunger leiden musstest und abgemagert bist oder Leben, in denen du wohlgenährt und athletisch warst. In der heutigen Zeit des Nahrungsüberflusses haben sich viele Seelen inkarniert, die mit einer sich durch Fettansatz wandelnden Körperform experimentieren wollen. So schließe Frieden mit deinem Körper, denn Schönheit und Häßlichkeit liegen im Auge es Betrachters und sind für dein Höheres Selbst ohnehin ohne Bedeutung. Koste das Erleben aus wie es ist fett zu werden und fett zu sein und bereichere so den Erfahrungsschatz deiner Seelenfamilie”.
Doch Esoteriker sind eben auch nur verlorene Seelen, die vom Strom des Zeitgeistes mitgerissen werden und nachplappern, was die Propagandamaschinerie der Schlankheitsindustrie ihnen in die Gehirnwindungen eingebrannt hat. Das Gute dabei ist, dass man an den finanziellen Segnungen des Schlankheitskultes partizipieren kann. Ein reicher Geldfluss gilt schließlich als Zeichen einer erfolgreich aktivierten Feng Shui Reichtumsecke und eines gekonnt genutzten Universumbestell-Katalogs. Und so werden die traditionsreichen Lehren wie Ayurveda, Yoga, Schüsslers Mineralsalze, Hypnose, Steinheilkunde etc. und spirituelle Pfade zur Erleuchtung zu schlankheitsbringenden Wunderkuren umfunktioniert.

Dicksein gilt als böses Karma, welches es aufzulösen gilt. Speckringe seien Ausdruck einer gestörten Beziehung zum Höheren Selbst. Fett wird als Makel angesehen, als Zeichen eines verfehlten Lebensplans.
“Wir fressen uns zu Tode” heißt der reißerische Buchtitel einer russischen Ärztin, die eine Kalorienaufnahme bis maximal 400kcal ! am Tag für den Königsweg zu einem langen, gesunden Leben hält. Wer jedoch in die Meisterklasse der Esoteriker aufsteigen will, verzichtet gleich ganz auf Essen und Trinken und labt sich allein an lichtiger Prana-Energie.
Da sitzt nun Klein-Persephone an vielen Fragezeichen knabbernd und wundert sich, warum sie denn in einen hungrigen, esslustigen Körper eingefahren ist, wenn sie nichts essen soll. Und ihre kluge Schwester Thyra Lokisdottir fragt sich, wieso die Evolution seit Jahrmilliarden essende Organismen von der Mikrobe bis zum Homo sapiens hervorbringen kann, Nahrungsaufnahme und Stoffwechsel gar als Zeichen des Lebens gilt, wenn wir uns doch angeblich mit jedem Bissen weiter in die Todesspirale hineindrehen und wohlgefüllte Fettzellen nicht als Beweis eines funktionierenden Stoffwechsels sondern als Stigma des Versagens angesehen werden?

Einen besonders unverschämtes Lamentum über die Qualen des Dickseins findet sich auf www.lichtzentrum.at
Die Autorin schreibt in ihrem Artikel “Schlaf Dich schlank”:
“Eine Frau: Sie hat ihre Waage weggepackt, weil sie es einfach nicht mehr ertragen kann, so dick zu sein. Sie weiß um ihre Figur, sie weiß, das sie längst kein ästhetischer Anblick mehr ist, sie spürte jeden Tag die Unbequemlichkeit, die ihr der dicke Körper verursacht, sie fühlt sich unbeholfen und ungeschickt und fühlt die vermeintlichen oder wirklich spöttischen Blicke ob ihrer Figur. Sie weiß um das Risiko, das sie eingeht wegen ihrer Fettlebigkeit.[...]
Sie kann keine schicke Kleidung mehr tragen, die Männer, die ihr gefallen, lehnen immer häufiger den Umgang mit ihr ab. Sie hat Schwierigkeiten, wenn sie eine neue Arbeitsstelle sucht, und sieht es auch ein: Es lohnt sich wirklich nicht dick zu sein. Sie leidet schwer unter ihrer Körperfülle, nicht nur psychisch. Und sie unternimmt alles, um schlank zu werden. Kuren, Diäten, die verschiedenen Pillen und Präparate und sie kann machen was sie will, nach flüchtigen Anfangserfolgen hat sie ihr altes Gewicht oder um einiges an Kilo mehr und ihre alte Figur wieder.[...]
Schließlich findet sie sich ab, sucht und findet sogar die positiven Seiten eines SO-Seins. Man ist gemütlicher, die Männer mögen wieder mollige Frauen, man fühlt sich sogar wohl mit seiner Figur, bekennt sich zu sich selbst, möchte das Leben genießen, und überhaupt:
Es muss auch dicke Menschen geben, den die hat es schon immer gegeben oder?
ALLES LÜGE!!!!!
Wenn sie in sich hineinhorcht, ist es weder gemütlich, noch bekennt sie sich wirklich zu ihrer Figur, sie nimmt sie nur als etwas Unvermeidliches an, in Wirklichkeit wäre sie so gern schlank.[...]
Und es gibt sehr wenige Männer, die wirklich dicke Frauen lieben, meist sind sie selbst mit irgendwelchen Komplexen beladen und nehmen halt eine Dicke, weil sie spüren, deren Selbstbewusstsein ist angeknackst und hoffen, sie aus diesem Grund besser handhaben zu können.
[...]
Der dicke Bauch, die dicken Hüften und Oberschenkel sind Signale. Es stimmt etwas nicht.[...]
Im Unterbewusstsein (Bewusstsein jeder Zelle) ist die Ursache ( das Karma) bekannt, nur unser Wachbewusstsein will gar nicht dorthin sehen. Es müsste so viele Dinge aufgeben, genussvolle Dinge(Ersatzbefriedigungen) unterlassen.[...]
Wir müssen uns in den „Trance Tempel“ begeben!
In die Hände einer guten Lehrmeisterin, die uns den Weg voraus gegangen ist, die uns aufzeigt wie sie es geschafft hat, sich von ihrem Übergewicht zu befreien und uns weise, intuitiv und liebevoll in das positive, freudvolle, glückliche Leben führt und uns das Werkzeug gibt, damit wir uns von dem negativen Leben befreien können.”
Ich habe es ja schon immer gewußt: mit mir stimmt etwas nicht. Schlechtes Karma hat mich dick werden lassen und noch schlimmer, ich bin so beherrscht von meinem gefräßigen, bösen Ego, dass ich mir auch noch vormache, mit meiner Erdenschwere im Einklang zu sein und mich der universellen Einsicht verschließe – nur ein fettloser Körper könne Basis eines glücklichen Lebens sein.
Nun hadere ich ja bekanntlich mit den meisten Angelegenheiten des Erdendaseins. Mein Speckreichtum ist eines der wenigen Dinge, mit denen ich auf dieser Welt rundum zufrieden bin. Doch ausgerechnet das ist laut Madame Lehrmeisterin vom Lichtzentrum eine Sache der Unmöglichkeit, ja verstößt geradezu gegen die Naturgesetze.
Der schlimmste Haufen Mensch, den es überhaupt gibt ist der, der Dir erzählen will, wie Du Dich zu fühlen hast, weil Deine tatsächliche Befindlichkeit ihren nanometer kleinen Ereignishorizont sprengt und alles, was sie nicht verstehen auch nicht existieren kann.
Bei der Passage über die (vermeintlichen) Fat Admirer haben meine Fettzellen vor Belustigung gezittert. Natürlich haben diese Herren so wenig Selbstbewußtsein, dass sie sich nicht getrauen ihre Kreditkarte für den Zugang zur Homepage einer schlanken Pornoqueen zu zücken sondern ihr Geld lieber für den Anblick “scheußlicher Fettweiber” verpulvern.
Der Meisterin des Lichtzentrums sei an dieser Stelle geraten, sie möge besser nicht von Dingen reden, von denen sie keine Ahnung hat.
Je mehr ich mich mit dem alle Lebensbereiche verseuchenden Schlankheitswahn befasse, desto mehr wächst nicht nur meine Speckschickt sondern auch die Überzeugung, dass es sich tatsächlich um eine fixe Idee, um einem Wahn im psychiatrischen Sinn handelt. 
Arrghh!!! Gestrandet auf dem Planet der Bescheuerten und Bekloppten. Willkommen auf SOL-3, dem Irrenhaus-Planeten, spezialisiert auf Patienten mit Schlankheitswahn.

Der Beitrag wurde am Donnerstag 9. März 2006 um 19:04 veröffentlicht und wurde unter Oberwelt-Abenteuer abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Tja, der Kommerz hat die Eso-Szene voll im Griff. Allein schon die Ausrichtung einer Messe ist Kommerz pur. Natürlich gibt es Signierstunden mit den Stars und Ankündigungen wie “Der bekannte Heiler Mirko Kaczenski auf der Messe. Er gilt auch als Schlankmacher unter den Heilern. Dank seiner Hilfe purzelten schon bei vielen Menschen die Pfunde. Bekannt durch Zeitung, Radio und Fernsehen. Hält einen Vortrag auf der Messe und steht für Einzelsitzungen zur Verfügung.”
Dieser smarte Herr betreibt vermutlich wie viele andere auch ein einträgliches Business. Eigentlich hat sich seit den 70er Jahren, als mehrere Sektenführer damit angefangen haben, an gutgläubigen Schäfchen prächtig zu verdienen, nicht viel geändert. Dass esoterische Geschäftemacher auch am Schlankheitswahn verdienen wollen, ist allerdings nur eine logische Konsequenz, und der von Dir angenommene “Wahn im psychatrischen Sinn” unterscheidet sich sicherlich nicht wesentlich von anderen Formen des Konsumwahns. Nicht umsonst finden sehr viele Psychologen einen Job in der Werbebranche. In diesem Sinne einen schönen Gruß an die wachsende Speckschicht, die sich von all dem Bombardement anscheinend nicht unterkriegen lässt.
Danke für diesen Beitrag! Ich habe Tränen gelacht beim Zitat des “Lichtzentrums”. Es geht doch nichts über Pauschalitäten, nicht nur im Bezug auf dicke Menschen, sondern auch hinsichtlich der, die es attraktiv finden. Es kann halt nicht sein, was nicht sein darf. Und vermutlich sind alle Schwulen auch nur fehlgeleitet und stehen in Wirklichkeit auf Frauen – schön schlank versteht sich.
Toll auch der Satz auf deren Website, “Sie wird früher sterben müssen”. Die Lebenserwartung sinkt mittlerweile sogar wieder wegen des Übergewichtes, meinte auch GEO neulich. Oh wie schrecklich, dann werden wir statt 76 nur 70 Jahre alt!
Selbst in der Klinik, in der ich mich gerade befinde, reden die Leute beim Essen ständig nur übers Zu- und Abnehmen, als wäre das ihr schlimmstes Problem. Und das sind keine verunsicherten 15järigen Mädels, sondern auch Ärzte um die 50, die da ständig Kalorien zählen. Sie jammern, dass sie jenes und welches nicht essen dürfen, weil sie bei dem guten Essen schon wieder 1kg zugenommen haben, essen es aber trotzdem und heulen dann allen anderen die Ohren voll. Wie paradox!
Aber ich mache lieber Schluss, bevor ich noch einen Roman schreibe – das tue ich demnächst sowieso noch in meinem Blog zu diesem Thema.
Zur Beruhigung und Aufrechterhaltung meines unästhetischen, krankmachenden Übergewichtes jetzt erst einmal ein Stück Schokolade. :twisted:
@Raven: Auf Deinen Blogeintrag zum Thema Abnehmwahn freue ich mich schon. Wenn die Leute sich nur mal selbst reden hören oder beobachten würden, welch seltsame Blüten dieser Wahn treibt. Aber es gehört offenbar zum guten Ton, über sein Gewicht zu jammern und sich für die eben verputzte Schokolade sündig zu fühlen.
Sie spinnen die Menschen :twisted:
Ich finde diese ewigen Körpergewichts-Diskussionen auch grauenhaft. Als hätte man nicht eh schon Probleme genug, sich in seinem eigenen Körper wohlzufühlen, aus diversen Gründen…
Andere Leute saufen, wenn sie deprimiert sind, rauchen wie die Schlote oder nehmen Drogen, da halte ich Frustfuttern noch für harmlos. Meine jetztigen Pfunde habe ich der letzten – übrigens jahrelangen – Kollision mit meiner Frau Mutter zu verdanken und bin jetzt dabei, meinen Körper langsam wiederzuerorbern. Und das bedeutet für mich ganz individuell auch, dass ich wieder so schlank sein will wie früher, denn den Speck, den ich mir wegen dieser Frau angefuttert habe, nein, den behalte ich NICHT, und wenn das bedeutet, dass ich diesen Sommer die ganzen Alpen abwandern muss!
Dass Männern rundliche Frauen nicht gefallen, halte ich auch für völligen Quatsch. Mein Vater mosert zwar immer an meiner Figur herum – aber der ist selten mit mir zufrieden, ist also nichts neues -, aber mein Freund seufzt und jammert immer das Gegenteil, d.h. dass er an mir bald nichts mehr zum Ankuscheln hat, und dass er Angst bekommt, mich zu zerbrechen. Völlig übertrieben – aber trotzdem freut’s mich, dass er auf diese Weise Anteil nimmt.
Ich bin von der Esoterik-Szene seit ein paar Jahren auch ziemlich abgekommen, bzw. sehr vorsichtig geworden. Ganz richtig, die spinnen, die Menschen – vor allem, wenn sie Möglichkeiten wittern, Geld damit zu verdienen.
@Amalthea:
Wichtig ist, dass man sich in seinem Körper wohlfühlt. Die Umgebung macht es Dicken ja oft nicht leicht, sich in ihrem Körper wohl zu fühlen. Es hat nicht jede Dicke das Glück, mit natürlicher Lipophilie wie ich gesegnet zu sein. All jenen, die unfreiwillig dick geworden sind, wünsche ich, dass sie sich dennoch mit ihrem Körper anfreunden und sich nicht dem Schlankheitsterror beugen.
Dein Abnehmwunsch hat offenbar mit Deinem Mutter-Konflikt zu tun und ist daher verständlich. Glücklicherweise bin ich kein Frustfresser und muss solche Konflikte nicht ausstehen. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Verschlankung.
Solchen nörgelnden Eltern hätte ich schon längst den Hals umgedreht, ich sag ja “low agreeableness”.
Die Zahl der Männer, die wirklich auf Gerippe stehen, dürfte sich in enge Grenzen halten :twisted:
Von der Eso-Szene wende ich mich auch immer mehr ab, da mir einige Dinge auf die Nerven gehen. Vielleicht schreibe ich nochmal einen Blog-Eintrag darüber.