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Audienz bei Buddha

2. April 2006

Buddha

Statt-Reisen: Besuch im Buddhistischen Kloster

Statt-Reisen ist ein Unternehmen, welches themenbezogene Spaziergänge durch Hannover und Führungen durch sehenswerte Stätten und Instutitionen organisiert.
Mit fiel das Programmheftchen im Blildungsverein in die Hände und bei der Lektüre blieb mein Blick auf der angebotenen Führung durch das nahe gelegene buddhistische Kloster hängen. Leider war der Termin ebenso wie der Ersatztermin schon ausgebucht und ich kam auf die Warteliste. Doch einige Wochen später erhielt ich einen Anruf: wegen der großen Nachfrage habe man noch einen Termin ins Programm genommen und.

Im Programmheftchen steht geschrieben:
“Buddhistisches Kloster Vien Giac
Folgen sie uns auf dem Pfad der vollkommenen Erleuchtung in Deutschlands größtes buddhistisches Kloster. Nach dem Besuch der Pagode und einem vegetarisches Essen gewähren uns die Mönche einen Einblick in ihre religiösen Zeremonien. Ein Vortrag über Leben und Wirken Buddhas rundet den Besuch ab. Bitte warme Socken mitbringen!”

Die Kombination aus vegetarischem Essen und religiösen Zeremonien wirkte unwiderstehlich. :lol: Zudem war mein Besuch im Kloster längst überfällig, denn es befindet sich in meiner Nachbarschaft, so dass ich am 28. Februar 2006 bequem zu Fuß hinspazieren konnte.
Als ich natürlich pünktlich ankam, hatte sich die Gruppe schon auf dem Klostergelände versammelt und lauschte bereits den Ausführungen unseres Gastgebers. Bei diesem handelte es sich allerdings nicht um einen Mönch sondern um den Laienvorsitzenden der buddhistischen Glaubensgemeinschaft. Für einen Mönch wäre das Herumführen kulturinteressierter Europäer wahrscheinlich zu profan gewesen.
Wir betraten das Gebäude durch einen Seiteneingang, denn das Hauptportal wurde nur bei hohen Feierlichkeiten geöffnet. Das Innenleben erinnerte mich irgendwie an eine Jugendherberge. Mönche in braunen Kutten, aber auch Kinder und Laien huschten durch die Gänge.
Vor dem großen Zeremoniensaal hieß es Schuhe ausziehen. Selbstverständlich für mich, aber den meisten meiner Gruppengesellen merkte man an, wie ungewohnt es für sie war, strümpfig in einem fremden Gebäude herumzutapsen.
Der Saal war groß, hoch und prächtig. Viel freier Raum, kuschelige Teppiche, reichlich Gold, eine Vielzahl unterschiedlichster Buddha-Statuen und über allem hing der schwere Duft von Räucherstäbchen. An einem Ende des Raumes befand sich so was wie das Allerheiligste, vergleichbar dem Altarbereich katholischer Kirchen. Man merkte gleich, dass unerleuchtete Laienfüsschen dort nichts zu suchen hatten. Dieser Bereich wurde zwar nicht offiziell zur Tabuzone erklärt, aber eine unsichtbare Grenze schützte ihn vor dem Betreten durch Nicht-Mönche.
Wir machten es uns auf dem Boden bequem, wobei sich viele Besucher sichtlich ungelenk anstellten. Nach einer kurzen Atemmeditation begann der vietnamesische Führer über das Kloster und den buddhistischen Glauben zu erzählen.
Obwohl die Atmosphäre sehr herzoffen und gastfreundlich war, enthielt sie doch eine deutliche Spur exotischer Fremdheit. Der Buddhismus hat viele sympathische Seiten, aber er ist nicht meine Kultur, ist mir zu transzendent und zu naturfern. Auf Grund der andersartigen klimatischen Verhältnisse im Verbreitungsgebiet des Buddhismus fehlt ihm der Rhythmus des Jahreszyklus, der uns Mitteleuropäer so sehr prägt. Die heiligen Bäume, die Naturgeister würden mir im Buddhismus fehlen.
Was mich besonders beeindruckte war die ethische Begründung des Vegetarismus:

“Jedes Lebewesen hat das Recht, das nötige zu tun, um zu überleben. Es ist heute für den Menschen nicht mehr nötig, Tiere zu essen. Die Schlachthäuser sind die Folterkammern der Neuzeit. Überlegen sie sich, was sie da eigentlich essen. Wenn das Tier getötet wird, fühlt es Angst und Schmerz und schüttet entsprechende Hormone aus, die ins Gewebe abgegeben werden. Wenn sie Fleisch essen, essen sie Angst und Schmerz mit, das kann nicht gesund sein”, erklärte unser Klosterführer.

Ich wünschte mehr Menschen würden dieser buddhistischen Ethik folgen. :evil:

Weniger schön fand ich die patriarchalische Struktur des Buddhismus. So müssen Frauen mehr Gebote befolgen als Männer, weil ihr Geist als schwächer gilt und sie z.B. mehr als Männer der Eitelkeit erliegen.
Auch spielen buddhistische Nonnen kaum eine Rolle, während Mönche zu verehrten Meistern aufsteigen können. Wer als Frau geboren wurde hat eben ein schlechtes Karma erwischt und trägt selbst die Verantwortung für seine gesellschaftliche Benachteiligung. So kann man es sich auch zurechtbiegen. :sad:

Erschreckend, dass der Abnehmwahn selbst bis in ein buddhistisches Kloster vorgedrungen ist, denn unser Führer verkündete ganz stolz, das Kloster biete in seinem Veranstaltungsprogramm auch Abnehmkuren an.
Kein Wunder also, wenn abnehmen zum Gesprächstheme bei Tisch wurde. In einem Kellersaal befand sich die spartanische Kantine, in der ein kleines Buffet für uns aufgestellt worden war. Es gab typisch asiatisches Gemüse, gebratenen Tofu und natürlich Reis. Das Mahl schien allen zu munden und ich belauschte Gesprächsfetzen wie: “Ja bei solch leichter Kost könnte man wirklich abnehmen.”

Nach dem leckeren Dinner ging es noch in die Andachtsräume, in denen die Verstorbenen verehrt wurden. Die Wände waren übersät mit kleinen Photographien der Toten, auf den Tischen darunter hatten die Angehörigen allerlei Opfergaben vorbeigebracht. Tote mögen offenbar am liebsten Obst oder Schokolade.
Für die dahingeschiedenen Nonnen gab es eine eigene Andachtswand, für die Mönche jedoch gab es einen eigenen Andachtsraum, der natürlich weit prunkvoller ausgestattet war als der für Laien und Nonnen.

Zeuge einer religiösen Zeremonie wie im Programmheft angekündigt wurden wir übrigens nicht, wahrscheinlich wollte man keine Zeremonie nur zu Befriedigung touristischer Schaulust durchführen. Verständlich.

Alles in allem ein sehr schöner, interessanter und lohnender Besuch, den ich nur weiterempfehlen kann.

Als ich gerade eben nochmal im Internet stöberte, um die URL des Klosters heraus zu fischen, gelangte ich auf die Seite einer deutsch-buddhistischen Gemeinschaft, die ebenfalls im Kloster Vien Giac praktiziert: www.choeling.de

Wie klein doch die Welt ist. Erster Vorsitzender des Chöling ist nämlich mein Psycho-Doc Dr. Jochen Dienemann.
Ja das paßt alles zusammen. Immerhin liegt dort im Wartezimmer die “Lebensart”, das esoterische Veranstaltungsmagazin für Hannover aus, und er scheint einen sehr idealistischen Anspruch an seinen Beruf zu haben, denn er nimmt sich ungewöhnlich viel Zeit für jeden Patienten und hat ein sehr empathisches Wesen.

Der Beitrag wurde am Sonntag 2. April 2006 um 16:58 veröffentlicht und wurde unter Oberwelt-Abenteuer abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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