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Ein Hund gegen die Einsamkeit

6. März 2007

Beim Aufräumen fiel mir gerade ein Zeitungsartikel vom 16.12.2006 in die Hände, den ich aufgehoben hatte, weil er mich so tief berührt hatte und ich darüber schreiben wollte.

Das ganze Jahr über ist Einsamkeit ein Thema, welches in der Gesellschaft nicht zu existieren scheint. Die Aufmerksamkeit gilt den aus welchen Fäden auch immer gewobenen sozialen Netzen, den Familien, Kollegen, Bekannten, Freunden, Vereins- und Parteigenossen. Das Leben sprudelt aus den Gemeinschaften und sickert in die Medien hinein, die so gerne von Beziehungstaten, Ehebrüchen, Streithähnen und Versöhnungen berichten.
Doch dann, wenn der Novembernebel die Welt in ein unwirkliches Licht taucht, wenn das erste Kerzlein am Adventskranz zündelt und Glühweinduft durch die Stadt weht, wenn alle dem Familienfest Weihnachten entgegen planen, dann flackert im schlechten Gewissen des Sozialgefüges die verdrängte Erinnerung an die einsamen Menschen auf.

Die HAZ engagiert sich jedes Jahr mit einer Weihnachtshilfe für sozial benachteiligte Menschen und berichtet natürlich darüber.
Der Artikel, der mich so berührt hatte, handelt von Bruno Kesselring., der innerhalb weniger Tage alles verlor, was ihm ans Herz gewachsen war. Der alte Herr ist 82, stammt aus einfachen Verhätnissen, schon als Kind hatte er Eltern und Schwester verloren, schließlich starb auch die Großmutter und er war ganz allein auf der Welt. Erst mit 56 fand er endlich die Frau, mit der er sein Leben teilen wollte. Doch leider verstarb seine Lebensgefährtin im Sommer 2006 plötzlich und unerwartet. Bruno Kesselring verließ morgens das Haus, um den Hund auszuführen, als er zurückkam, lag seine Gefährtin tot in der Wohnung. Sein einziger Trost war nun Hund Kessy, doch das arme Tier erbrach wenige Tage später Blut und musste sofort eingeschläftert werden.

Was für eine traurige Geschichte!
Herr Kesselring ist arm, erhält Grundsicherung und kann sich deshalb keinen neuen Hund leisten. Stattdessen hat er sich vor lauter Verzweiflung Stofftiere gekauft. Und so sieht man ihn auf dem Bild in der Zeitung sitzen: die Stirn auf die Hand gestützt sitzt er mit zwei Plüschhunden am Tisch seiner einfachen Wohnung, im Hintergrund sitzen auf der Sofalehne weitere Stofftiere.
Ich weiß nur allzu gut, wie wichtig und tröstlich eine Stofftierfamilie ist. Ich hoffe, der alte Herr kann sich mittlerweile dank Weihnachtshilfe wieder an der Gesellschaft eines Hundes erfreuen. Haustiere sind die treusten Wesen.

Mein Weihnachtsspenden-Budget war leider schon für den Kaukasus-Leoparden beim WWF erschöpft worden, da ich in der Regel immer für Tiere spende, da die noch eine viel schlechtere Lobby haben als einsame Menschen.

Bei der ganzen Geschichte muss ich auch wieder an das von DM-Drogerie-Chef Götz Werner vorgeschlagene Grundeinkommen für alle Menschen denken, dass es mehr Menschen erlauben würde, sich sozial zu engagieren. Es wäre sicher für die Gesellschaft sinnvoller und für mich befriedigender, wenn ich beispielsweise ehrenamtlich in der Obdachlosenhilfe oder anderen sozialen Einrichtungen arbeiten könnte, das Freiwilligenzentrum bietet hier viele Möglichkeiten, anstatt mich jeden Tag von nörgelnden Wichtigtuern im Callcenter anmachen zu lassen, aber ich bin nunmal auf das Geld angewiesen und mir stehen keine unbegrenzten Energieresourcen zur Verfügung, die mir eine Doppel-Tätigkeit erlauben würden.

So, nun habe ich mir den traurigen Zeitungsartikel von der Seele geschrieben, dennoch scheint mir die Altpapiertonne nicht der richtige Ort zu sein. Ich glaube, ich klebe den Artikel in mein Gedankenbuch.

Der Beitrag wurde am Dienstag 6. März 2007 um 13:12 veröffentlicht und wurde unter Persephones Perspektive abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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