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Endlich 40

26. Mai 2008

Am 21. Mai diesen Jahres erreichte mich mein 40. Geburtstag. 40 ist eine schöne Zahl, ein schönes Alter. Es klingt so reif und erwachsen im positiven Sinne, das wollten einige Familienmitglieder wohl ausdrücken, als sie sagten: “Nun gehörst du dazu” (zur Riege der über Vierzigjährigen). Allerdings ändert das nichts daran, dass ich mich nach wie vor entweder wie ein kleines Mädchen fühle, welche sich am liebsten hinter Papas Hosenzipfel verstecken mag oder wie eine alte Frau, deren Blick bereits auf die Exkarnation gerichtet ist. Zumindest ist der Tiefpunkt der Gefangenschaft in der Materie überwunden. Meine Seele ist nicht mehr so stark mit den Zellen des Fleisches verwoben, wie es Ende Dreißiger der Fall war – und das tut sehr gut.

Mein 40. Geburtstag unterscheidet sich fundamental von meinem 39.
Vor einem Jahr litt ich noch in der lärmenden Callcenter-Hölle und wünschte mir den Tod. Als ich am Morgen des 21.05.2007 aufstand, überkam mich ein fürchterliches Elend und ich prügelte auf meinen Körper ein, um ihn zu verstehen zu geben, er möge endlich seinen Dienst versagen, dabei er war schon eifrig dabei genau das zu tun, längst wucherte der Krebs in meinem Bauch und überflutete ihn mit den Wassern des Todes. An jenem Tag erkannte ich, dass ich eine tödliche Krankheit haben muss und dass es nicht sicher war, ob ich meinen 40. Geburtstag überhaupt erleben würde.
Während meine Seele sich gerne in den Ozean neptunischen Vergessens ergießen würde, ist mein Körper zäh. Der eben noch vom Unterleib bis zur Pleura wuchernde Krebs ließ sich schwer von den aufgefahren Geschützen der Schulmedizin beeindrucken und verschwand so schnell wie er gekommen war.

Das Hannover-Projekt des selbstständigen Lebens ist gescheitert. Ich kehrte ins Elternhaus zurück. Statt Gevatter Tod waren nun meine beste Freundin Raven und später die Family meine Geburtstagsgäste.

Ravens Besuch

Raven traf am frühen Nachmittag des 20. Mai hier ein. Nachdem ihr letzter Besuch bei mir an meinem Krankenbett stattfand, während es mir elend wie nie zuvor in meinem Leben ging, habe ich mich riesig über ihren Besuch unter gutem Vorzeichen gefreut und schloss sie in meine Arme Meine neue Wohnung gewann trotz des Fehlens der originellen Verwinkelung, die meine Hannover Wohnung auszeichnete, ihr Wohlgefallen. Sie sei schön groß und gemütlich, befand sie.
Wir sind beide durch Krankheit gehandicapt, beide HSP und introvertiert, so dass in diesem Bericht keine abenteuerliche Aktionen zu erwarten sind.
Wir unterhielten uns, ich gabe ihr mit sechsmonatiger Verspätung ihr Geburtstagsgeschenk: 2 Absinth-Gläser und Löffel für das kultige Ritual zu Ehren der Grünen Fee.
Gegen Abend entliehen wir uns zwei Filme aus der Videothek, machten uns Wurzelbrot überbacken mit Mozarella und schauten Elizabeth – das Goldene Königreich auf DVD, wobei ich sagen muss, dass ich den ersten Teil fast besser fand. In beiden Teilen spielt Geoffrey Rush mit, ein Schauspieler, den ich sehr schätze.
Zum Abschluss des Abends legten wir Tarotkarten wie wir es immer tun, wenn wir uns treffen. Diesmal passten die Aussagen der Karten besser zu unseren Fragen als in den Jahren zuvor.

Am 21. Mai (Mittwoch) überreichten mir Raven und meine Mutter ihre Geschenke. Raven gab mir vegane Luxux-Badeschaum der von uns beiden geliebten Lush-Marke und eine Photo-Figur von meinem geliebten Kater Q-de Lancie.
Meine Mutter hatte Geschenkband um den Kühlschrank gebunden, da dieser als Geburtstagsgeschenk gilt. Natürlich gab es auch etwas zum Auspacken: meine Lieblingsschokolade Granatapfel-Chilli von Lindt, Kerzen, Räucherkegel und vor allem ein Kästchen in Form eines alten Buches mit einer Eulenfigur auf dem Buchdeckel, wunderschön.
Ich habe mich sehr gefreut über meine Gaben, ein herzliches Dankeschön an die Schenker.
Mit dem Fahrrad holte ich jeden Morgen für uns Brötchen beim Bäcker. Nach dem Frühstück auf meiner Terrasse fuhren wir nach Ffm ins Rebstockbad, um uns den Badefreuden hinzugeben. Wahrscheinlich ist mein Blutdruck durch die Einnahme des Anti-Depressivums Trazodon gesunken. Auf jeden Fall war mir im Bad ungewöhnlich kalt, so kalt, dass ich vorzeitig das Wasser verließ. Ach was gäbe ich für ein kinderfreies Bad! Egal zu welcher Tageszeit man ein Bad aufsucht, sie sind überall und machen mit ihrer Zappelei und Lautstärke uns HSPs die Badefreuden madig. Nun wenigstens haben wir aus diesem Grund unser 90-Minuten-Ticket nicht überzogen.
Wieder zurück gekehrt machten wir uns Salat, begaben uns zur Mittagsruhe, stießen mit Krimskoye, meinem Lieblingssekt, auf meinen 40. an und schauten abends chipsfutternd das zweite Video: Babylon 5 -Vergessene Legenden
Babylon 5 ist für mich die best TV-Series ever! Doch war mir dieser Fernsehfilm sagen wollte, der lange nach Ende der Serie gedreht wurde, vermag ich nicht zu sagen. Es gab zwar ein Wiedersehen mit Präsident Sheridan alias Bruce Boxleitner, aber dank eines niedrigen Budgets und fehlender Charaktere (zwei Schauspieler sind bereits verstorben) kam das alte B5-Feeling leider nicht auf.
Wieder ließen wir den Abend mit Tarotkarten ausklingen.

Am 22. Mai (Donnerstag) stand der Kinobesuch im Frankfurter Cinestar-Metropolis auf dem Programm. Diesmal steckte ich mir Ohropax in die Ohren, um den lärmenden Trubel der Großstadt abzudämpfen. Versorgt mit Nachos plus Käsesoße schauten wir den neuen Indiana Jones Film. Uns machte der Film Spaß, wilde Verfolgungsjagden, gefräßige Ameisen, eine zauberhafte Cate Blanchett als Bösewichtin und Alien-Kristallschädel – gute, bewährte Unterhaltung.
Mir ist wieder aufgefallen, wie sehr mich Leute nerven, die zu spät den Kinosaal betreten. Viele Leuten wollen sich den Werbeblock sparen, aber es macht mich nervös, wenn ständig noch Leute nachströmen. Na gut, normalerweise gehe ich nicht unbedingt am ersten Spieltag eines Films für den Massengeschmack ins Kino.
Anschließend gingen wir in das Lokal Bella Italia in M. essen. Sehr lecker zu erschwinglichen Preisen.
Wieder endete der Tag mit Tarotkarten und frühem zu Bett gehen.
Vor Ravens Besuch hatte ich allen ernstes recherchiert, ob es während ihres Besuches eine Gothic-Disco gab, die wir hätten besuchen können. Zum Glück hatte ich nichts gefunden. Wir müden Schwarzröcke huschten immer gegen 22:00 ins Bett. Zu dieser Zeit gehen Disco-Besucher noch nicht mal aus dem Haus. Wir hätten unsere müden Leiber nie dazu bewegen können, sich zur Bettstunde in den Moloch der Reizüberflutung zu stürzen.

Nach dem Frühstück war es am 23. Mai (Freitag) nicht mehr lange bis zu Ravens Abschied, schnief. Ich begleitete sie zum Bahnhof. Glücklicherweise kam die S-Bahn pünktlich, denn ihr blieb in Ffm nicht viel Zeit zum Umsteigen. Solche kurzen Umsteigzeiten machen mich immer sehr nervös, aber sie schrieb mir eine SMS, in der sie von ihrem erfolgreichen Umstieg berichtete, die ich Eumel erst einen Tag später las, weil ich mein Handy in meiner Gothic-Schlumbeltasche vergessen hatte.

Die Besuchstage flogen dahin, und nach so einem schönen Besuch bleibt hinterher immer der bittere Geschmack der Einsamkeit. Ich fühlte mich so elend, dass ich zu einer bewährten Spannungslösetaktik greifen musste.

Zwei Tage später, am 25. Mai (Sonntag), war die Family zu Kuchen, Kaffee und einer Rommee-Runde auf meiner Terasse geladen. Auch wenn ich dabei Depersonalisation erlebte und mich manchmal das lonely among others Gefühl beschlich, so war es doch ein sehr schöner Nachmittag.
Dieses Jahr hat der Wonnemond seinem Namen alle Ehre gemacht.

Der Beitrag wurde am Montag 26. Mai 2008 um 20:28 veröffentlicht und wurde unter Oberwelt-Abenteuer abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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