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Passion Christi

5. August 2005

Passion Christi – Kinoevent am 24.03.2003

Für Mittwoch, 24.03.2003, gab es kostenlose Kinokarten für das Hannover Cinemaxx in der Nikolaistraße, gesponsert von verschiedenen Firmen, die auf diese Weise die Aufmerksamkeit der konsummüden Kunden auf sich ziehen wollten.
Für kostenlose Dinge ist mein Freund ja immer zu haben. Angelockt von schlechten Kritiken, dem Vorwurf des Antisemitismus und der Gewaltorgie fiel unsere Filmwahl auf “Passion Christi”.
Im Kino hatten die werbenden Firmen Stände aufgebaut, hauptsächlich Versicherungen, aber auch ein Sonnenstudio, Fitness-Studio und Hochzeitsausstatter waren darunter. Mit Gewinnspielen versuchten die Versicherungen, den Besuchern ihre Adresse zu entlocken. Von mir erfuhren sie nichts.

Nun aber auf zum Film.
Mel Gibson kann wirklich dankbar sein für die vielen Negativ-Schlagzeilen, die Political Correctness Wächter ihm beschert haben. Das große Kino war proppenvoll. Nichts lockt die Leute mehr ins Kino als schlechtmachende Publicity, denn die macht erst recht neugierig. Hätten die Sittenwächter ihren Mund gehalten, kaum einer hätte von dem Film Notiz genommen.
Es klingt sehr abschreckend, wenn man hört, daß der Film in Jesus
Muttersprache Aramäisch und in der Sprache der römischen Besatzungsmacht gehalten ist. Komischerweise störte mich das überhaupt nicht, im Gegenteil, es verleiht dem Film einen besonderen Flair. Die Macht der Bilder spricht für sich und die Geschichte sollte dem Durchschnittseuropäer hinlänglich bekannt sein. Es kam also nicht auf die Dialoge an, die Untertitel reichten zum Verständnis völlig aus.
Um es kurz zu machen: mir hat der Film gut gefallen.
Der Film beginnt mit der Festnahme Jesu im Garten Gethsemane durch jüdische Schergen. Jesus Jünger verteidigen ihren Meister und ein mit viel Zeitlupe gedrehter Kampf entbrennt. Einem der Schergen wird dabei ein Ohr abgeschnitten, welches von Jesus in göttlicher Manier geheilt wird.
Pontius Pilatus wird erstaunlich sympathisch gezeichnet, ein zerknirschter Mann, genervt von den aufständischen Launen seiner jüdischen Untertanen, kann er keinen Grund für eine Bestrafung Jesus sehen. Er versucht dieVerantwortung auf König Herodes abzuwälzen, der hier als dekadenter, tuntiger Taugenichts dargestellt wird. Er findet Jesus allenfalls lustig und hat, zum Leidwesen der jüdischen Priesterschaft, kein Bedürfnis ihn hinrichten zu lassen.
Der schwarze Peter liegt diesmal alleine bei der jüdischen Priesterclique des Tempels von Jerusalem. Verkrustet und erstarrt in ihrem Dogmatismus, behangen mit schweren, überreichen Gewändern, sehen sie ihre Macht durch Jesus neue Lehren bedroht. Die unsympathische Darstellung dieser Priesterclique mit ihren krummnasigen, haßverzehrten Gesichern, hat Mel Gibson den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht.
Es gibt ja in der Tat jüdische Funktionäre die glauben, seit dem Holocaust mit Unfehlbarkeit gesegnet zu sein. Jede Kritik an einem Juden oder der israelischen Regierung wird mit der Antisemitismus-Keule totgeschlagen.
Und weil ja alle so super political correct sein wollen, bedeutet es für
jeden, dem das Antisemitismus-Mahl aufgeklebt wird, den sozialen Tod – manchmal sogar den körperlichen Tod, man denke an das traurige Schicksal von Jürgen Möllemann. Das Erschreckende an dem Schicksal von Möllemann ist seine Vorhersagbarkeit. Als der Streit der FDP mit Möllemann gerade in seiner Blüte stand, meinte mein Freund zu mir: “Warte mal ab, es wird nicht lange dauern, dann kommt die Meldung, Möllemann sei mit seinem Fallschirm
abgestürzt.” Wenige Monate später traute ich meinen Ohren nicht, als
Möllemanns Tod durch Fallschirmabsturz im Radio verkündet wurde. Tja, wer da nicht zum Verschwörungstheoretiker wird ……
Wie dem auch sei, Juden sind auch nur Menschen und unter ihnen gibt es sympathische und weniger sympathische Gesellen. Daß wir es in diesem Film mal mit der unsympathischen Variante zu tun haben, liegt in der Natur der Geschichte. Dabei stellt Mel Gibson keineswegs in schwarz-weiß-Malerei alle Juden als böse und alle Römer als gut dar.
Die römischen Soldaten, die Jesus auspeitschen und geißeln dürfen, haben mächtig viel Spaß an ihrem Job. Das führt uns zum zweiten Vorwurf, dem der Film ausgesetzt ist: er sei zu gewalttätig.
Aber ein Film, der die Passion Christi darstellen will, hat doch keine
andere Wahl als gewalttätig zu sein. Das Leiden und der Kreuzestod Christi sind der Kern- und Angelpunkt der christlichen Religion, ob das nun sinnvoll ist sei dahingestellt, aber so ist es nun mal. Eine Geißelung ist nun mal brutal, wenn dabei ganze Fleischstücke herausgerißen werden, da gibt es nichts zu beschönigen. Dem abgestumpften Publikum des 21. Jahrhunderts muß man schon einiges bieten, um es beeindrucken zu können. Und beeindrucken wollte Mel Gibson sicherlich – das zumindest hat er geschafft.
Mit kitschigen 50er Jahre Filme a la “König der Könige”, in denen Jesus heroisch sein Kreuz begleitet von Engelchören den Berg hinaufschleppt, lockt man niemanden mehr unter dem Ofen vor.
Danke auch an Mel Gibson, daß er uns mit diesen leidigen Bibelsprüchen verschont hat. Es gibt nur ein paar kurze Rückblenden auf Jesus Vergangenheit, die sein Leben und Wirken besser verdeutlichen als jedes Bibelzitat, z.B. wie er Maria Magdalena vor der Steinigung bewahrt.
Am schlimmsten fand ich das Einschlagen der Nägel und Hände und Füße, was natürlich genußvoll in Zeitlupe gezeigt wurde. Das erinnert mich daran, wie ich als 10jährige in einem Österreichurlaub zum erstenmal in einer Bergkapelle einen ans Kreuz geschlagenen Christus erblickte. In meiner Heimat, dem säkularen Rhein-Main-Gebiet der 70er Jahre, gab es so etwas nicht. Ich grußelte mich sehr vor diesem Gekreuzigten und der Anblick der nägeldurchbohrten Hände und Füße ging mir tagelang nicht aus dem Kopf.

Fazit: Allen Unkenrufen zum Trotz, ich fand “Passion Christi” sehenswert, ein Christus-Film auch für Nicht-Christen, über den sich jeder sein eigenes Urteil bilden möge.

Der Beitrag wurde am Freitag 5. August 2005 um 19:19 veröffentlicht und wurde unter Persephones Perspektive abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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