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Fegefeuer oder Maya

27. Oktober 2005

Seltsame Gedanken toben mir durch den Kopf, wenn sie aus der süßen Grabesruhe der Nacht plötzlich hinauf gejagt werden in das grausame Licht des Bewußtseins.
Ausgangspunkt meiner nächtlichen Gedankenspirale war die Körperempfindung: mir ist zu heiß!
Dabei dachte ich, es sei mittlerweile wieder kalt genug, um mit einer normalen Bettdecke zu schlafen. Doch mich in meinem inneren Feuer windend griff ich nach dem nackten, kühlenden, meine Körperwärme nicht stauenden Satinbezug. Da solche Hitzeempfindungen öfter durch meinen Leib glühen, dachte ich nicht zum erstenmal daran, dass dieses Leben in Wirklichkeit mein ganz persönliches Fegefeuer ist.
Schon lange hege ich den Verdacht, die Erde sei der Strafplanet für den Abschaum des Universums. Einst mag ich wie alle anderen hier vor das kosmische Strafgericht gezerrt worden sein und erschauderte bei der Urteilsverkündung: “21 Lebenszyklen auf der Erde”. Ein Planet als interstellares Zuchthaus. Kein Wunder also, wenn ich hier niemals her wollte, mich hier nicht heimisch fühle und ich froh bin, wenn ich meine Strafe endlich abgesessen habe.
Seien wir doch mal ehrlich: wer die Menschen beobachtet, wird schnell feststellen, wie bekloppt die meisten sind. Sicher gibt es mehr oder weniger geläuterte Exemplare, schließlich sind auch Zuchthausinsassen nicht alle über einen Kamm zu scheren und wie in Gefängnisen üblich bilden sich Cliquen und Gangs, die sich untereinander bekriegen. Da werden Leute zerbombt und im Namen irgendwelcher Götter oder im Zeichen irgendwelcher Flaggen niedergemetzelt, ganze Städte versinken in Sturmfluten oder aufgerissenen Erdspalten. Das schlimmste ist jedoch, dass das Zuchthaus Erde eigentlich wegen Überbelegung geschlossen werden müßte. Eine Welle der Kriminalität scheint durch die Strings zu schwappen und spült immer mehr arme Seelen auf diesen Planeten an. Und weil die meisten von ihnen zum vorausschauenden Denken nicht fähig sind, zerstören sie in ihrer Raffgier ihre eigene Lebensgrundlage.
Das alles wäre ja nicht so schlimm, wenn die Menschlein es bei intraspezifischen Auseinandersetzungen belassen würden. Sollen sie sich doch gegenseitig die Köpfe einschlagen, hat immerhin den Vorteil, dass so ein Strafzyklus ganz schnell abgegolten ist.
Ich frage mich nur, wie es die bedauernswerten Pflanzen und Tiere verdient haben, mit uns Menschen einen Planeten teilen zu müssen. Milliarden und Abermilliarden dieser Geschöpfe werden zunächst in einem qualvollen Leben gehalten, um anschließend in ein grausames Sterben gezerrt zu werden. Und die wenigen, die noch in ihrer angestammten Heimat leben dürfen, laufen Gefahr, zu japanischem Katzenfutter zermatscht oder zu Potenzmittelchen für sexgeile Schlappschwänze zermalmt zu werden.
Bedeutet das also, dass die Tiere die schlimmsten Verbrecher von allen sind und deshalb besonders gruselig behandelt werden? Nein, das kann ich nicht glauben. Tiere sind niemals habgierig oder böse, sie leben einfach gemäß ihrem innerartlichen Programm. Bosheit setzt ein selbstreflektierendes Wesen voraus.

Es soll ja Menschen geben, die finden ihren Zuchthausaufenthalt ganz toll. Irgendwie checken die gar nicht, dass sie eine Strafe absitzen, als wären sie arme Irre, die die Anstalt für einen Palast halten. Diese Kreaturen sind für ihr Nichtwissen und ihre vollendete Kunst der Verdrängung zu beneiden.
Im Buddhismus und in einigen New Age Strömungen heißt es auch, unsere Welt sei nichts weiter als eine kollektive Illusion – MAYA -. Die Erde als Produkt einer Massen-Psychose! Sind dann also all jene wenigen, die die MAYA zu erkennen beginnen, geheilte Psychotiker? Das Dumme ist nur, dass es ziemlich blöde ist, als Gesunder unter 6 Milliarden Psychotikern zu sitzen, die in ihrem Wahn auch noch die Gesunden für verrückt und sich selbst für gesund halten. Sind nicht gerade die Menschen, die den Diagnostikstempel *Psychose* aufgedrückt bekommen, viel näher an der Wahrheit dran als die sogenannten “Normalen”?
Ist das Zuchthaus gar kein Gefängnis sondern eine kosmische Irrenanstalt? Nun, wahrscheinlich beides, eine forensische Abteilung gibt es bestimmt.

Klasse, jetzt sitze ich also in diesem Gefangenenlager fest und kann mir nur die Zeit vertreiben, bis ich meine Strafzyklen hinter mich gebracht habe. Tja, was macht man so im Gefängnis: Lesen, durchgeknallte Blogeinträge wie diesen hier schreiben, ab und an mal einen Mitgefangenen besuchen und sich über jeden Sonnenuntergang freuen, der mich der Entlassung näher bringt.
“Unverbesserliche Pessimistin”, mögen manche Zeitgenossen kopfschüttelnd über mich seufzen. “Glaube an das Gute, dann wird das Gute auch zu Dir kommen”, mögen sie vorschlagen. Wie sollte ich an das Gute glauben, wenn mir dieses noch nicht begegnet ist?Hinter dem Guten verbirgt sich das Nichts. Dem Guten zu folgen, bedeutet lebendig begraben sein, dem Schmerz zu folgen bedeutet ein zwar unangenehmes, aber doch intensives Gefühl der Lebendigkeit.

Vielleicht ist das Geschreibe hier auch völliger Quatsch. Vielleicht gibt es gar kein kosmisches Strafgericht und die Erde ist kein Zuchthausplanet. Vielleicht sind wir nur das Produkt sich zufällig zusammenklumpender Moleküle, die das Pech hatten, ein selbstreflektierendes Bewußtsein zu entwickeln und nun dazu verdammt sind, dem Sinn des Lebens hinterher zu jagen, obwohl es gar keinen Sinn gibt.
Vielleicht müssen wir uns gar nicht Leben für Leben durch die Äonen quälen. Wir werden einmal gezeugt, geboren, leben, sterben, zerfallen wieder in Moleküle und unser Bewußtsein erlischt für alle Zeit in der Gnade der Nicht-Existenz. Wäre doch gar kein schlechter Tausch gegen 21 Leben Erdenhaft.

Vielleicht ist auch alles ganz anders und wir sind alle die geliebten Kinder Gottes mit mir als enfant terrible.

Soweit der wirre Tanz meiner Gedanken während einer hitzigen Nacht.
:twisted: :twisted: :twisted:

Der Beitrag wurde am Donnerstag 27. Oktober 2005 um 18:11 veröffentlicht und wurde unter Aus der Unterwelt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

6 Kommentare

  • ToulexisToulexis sagt:

    Der Melancholikerin möchte ich zunächst einmal mit einem Gedicht des Clowns „Nögge“ antworten:

    Lied vom Werden

    Wenn Du auf diese Erde flutschst so
    klitscheklein verdrückt verdrutscht
    nach einer Brust plärrst, schmatzt und hickst
    glaubst Du, daß Du jetzt fertig bist?
    Du wirst, du wirst, gedeihst und wächst
    bald krabbelnd, plappernd, fällst und streckst
    bald gehst Du, stehst Du, sprichst Du, denkst
    bald fragst Du, trotzt Du, sinnst, erkennst.
    Der erste Schritt ins Leben schafft
    den Weg für eine Wanderschaft
    so wandre los, unfertig, bloß –
    doch nur als Unvollkommner wahr,
    wahrhaftig Mensch im Kleid des Narrn.
    Wenn Du zum ersten Mal durchglüht
    durchwühlt, durchfühlt die Liebe spürst
    rauh, mild, kalt, heiß, verhurt, geweiht –
    glaubst Du, daß das die Liebe sei?
    Du wirst, Du wirst durch Leid und Trug
    bald haut’s Dich rab vom Höhenflug
    bald steigst Du auf an lieber Hand
    erkennst bald, wirst bald selbst erkannt
    ergründest nie der Liebe Kraft
    so bleibst Du stets auf Wanderschaft
    bleibst heimatlos, bleibst ruhelos
    doch nur als Unvollkommner wahr,
    wahrhaftig Mensch im Kleid des Narrn.
    Wenn Du nur Knochen noch und Haut
    Dir Haus und Hof und Herd gebaut
    an Wissen satt, an Ehre reich
    glaubst Du, daß das jetzt alles sei?
    Du wirst, Du wirst, selbst noch als Greis,
    der zahnlos auf das lrd’sche pfeift
    ein Wiedersäugling, der entdeckt
    daß zwischen Staub der Himmel steckt
    der seinen Leib zusammenlegt
    den Hut nimmt, sich auf Pfade macht
    für eine weitre Wanderschaft.
    Und Schritt für Schritt, nur wird, nur wird.
    Verwandlung ist’s, die uns bestimmt
    bis wir an einem fernen Tag
    da, wo die Liebe wohnen mag
    in ihrem Schoß zu Hause sind.

    „Nögge“ war ein freischaffender Clown, Anthroposophischer Humorist (Humorsoph), Liedermacher, Regisseur, Theaterleiter und Theaterpädagoge. Er hatte den Blick für das Wesentliche und konnte die Stärken und Schwächen der Menschen in Worte, Gesten und Töne fassen und verwandeln. Unvergessen wurde er vor allem als “Clown in vier Temperamenten”.In dieser Rolle habe ich ihn selbst einmal erlebt. Er wechselte dabei auf unvergleichliche Weise zwischen Melancholiker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Choleriker.
    Der grün gekleidete Phlegmatiker hieß “Natsch” und zeigte Fülle: Er war rund, er ging rund, und er sprach sogar rund: Der Sanguiniker (im gelben Dress) wurde durch den oberflächlichen Luftikus “Nicks” verkörpert, der über lauter Nichtigkeiten völlig ausflippen konnte. Der cholerische “Nack” mit rotem Jäckchen, das schmal die Hüften und extrabreit die Schultern betonte, stand in ständiger Gewitterstimmung stets kurz vorm Explodieren, ließ Dampf ab und konnte damit seine macho-typische Unsicherheit doch nicht verbergen. Der in Selbstmitleid zerfließende Melancholiker “Nogel” war dunkelblau gekleidet und konnte betont lustvoll seufzen, z.B.: “Es geht mir ganz schön schlecht!” Dadurch wurde jedem klar, dass der Melancholiker gar nicht anders kann, als melancholisch zu sein.
    In diesem Sinne empfehle ich der Melancholikerin (wohl wissend, dass es ihr nicht helfen wird, sonst wäre sie ja keine Melancholikerin :cry:), folgende Abhandlung über einen Weg zuzr Heilung, die sich unter meinen „Fundsachen“ befindet:

    Es geht mir nicht gut. Ich fühle mich müde, kraftlos, und irgendwie tut alles weh. Der Alltag ist unendlich mühsam, Kinder, Partner und Kollegen nerven bis in die letzte Zelle hinein. Der Magen schmerzt, in meinem Hirn ein grosses Loch. Dauernd Streit, an Schlaf ist trotz Hundemüdigkeit nicht zu denken, weil’s im Kopf nur rumort. Da kann doch was nicht stimmen! Der Weg zur Heilung führt über die Fachleute, oder?

    Hausarzt:
    “Ich verschreibe Ihnen 3 Mittel: die blauen nehmen Sie morgens und abends,
    die gelben 1x vor dem Schlafengehen. Und wenn Sie davon Magenschmerzen
    kriegen, schlucken Sie die gestreiften einfach direkt nach jeder der anderen
    Tabletten. Sollten Sie auf die blauen Kopfweh kriegen, dann schreibe ich
    Ihnen noch Tropfen auf, die das wieder besser machen, und wenn irgendwo ein
    Ausschlag auftauchen sollte, nehmen Sie diese Salbe. Es ist ein Ärztemuster,
    das gebe ich Ihnen so dazu. Die wirkt schnell. Es ist ein wenig Cortison
    drin, aber eh nur ganz wenig, die können Sie ruhig nehmen. Und nehmen Sie
    die Tabletten unbedingt regelmässig; da kann man gar nichts anderes machen!
    Auf Wiedersehen.”

    Internist:
    “Jetzt machen wir mal ein Blutbild, ein Röntgenbild, ein Passbild, eine
    Computer-Tomographie, eine Magnetresonanz-Tomographie, eine Harnprobe, eine
    Stuhlprobe, eine DNA-Analyse, eine Haaranalyse, eine Hirnanalyse, eine
    Allergie-Analyse, ein EKG, ein EEG, ein AEG, eine Magenspiegelung, eine
    Blasenspiegelung, eine Darmspiegelung, eine Kehlkopfspiegelung, und die
    Kopfspiegelung. Vorab probieren Sie doch mal diese neue Salbe von
    Chemopharm. Sie sind doch hoffentlich zusatzversichert?”

    Homöopath:
    (nach zweistündiger Ordination)
    “Ganz sicher bin ich mir noch nicht. Sie sind ein schwieriger Fall. Da
    brauche ich noch ein paar Tage Zeit. Ich muss erst mal darüber meditieren.
    Die Globoli schicke ich Ihnen dann nach Hause. Nehmen Sie bitte 1 Stück von
    der Hochpotenz, und 3 mal täglich von den Niederpotenzen. Und nach 6 Wochen
    telefonieren wir wieder!”

    TCM-Akupunkteur:
    “Ihre Meridiane sind ja ganz verstopft, da kann ja das Chi nicht fliessen.
    Ausserdem sind Ihre 5 Elemente im Ungleichgewicht.
    Akupunktur ist eine uralte Heilmethode aus China und wirkt garantiert. Die
    Chinesen heilen sogar Knochenbrüche damit.
    Jetzt steche ich sie mal an wie ein Nadelkissen, dann verordne ich Ihnen
    noch eine geschmalzene 5-Elemente-Diät und gebe Ihnen 20 Qi-Gong-Übung zur
    Meridianstärkung mit auf den Weg.”

    Naturheilpraktiker:
    “Ganz klar: Darmpilz. Sanierung ist angesagt. Gleich eine
    Hydro-Colon-Darmspülung.” Ganzheitlicher Ernährungsberater:
    “Kein Fleisch, kein Mehl, keine Milchprodukte, keine Eier, nichts Gekochtes,
    kein Zucker, kein Salz, kein Pfeffer, kein Fett, kein Tee, kein Kaffee, kein
    Alkohol, kein Nikotin, kein Auto, kein Telefon, kein Sex, am besten nur
    Obst, Gemüse, Soja, rohe Getreidekörner, Mineralwasser. Das beseitigt
    garantiert jedes Unwohl- oder Kranksein.”

    Bioresonanz:
    “Hausstauballergie, Milbenallergie, Milcheiweissallergie, Weizenallergie,
    Tomatenallergie, Gurkenallergie, Arbeitsallergie.
    Uiiii, das wird dauern!”

    Radiästhesie:
    “Um Gottes Willen, Wasseradern, Erdstrahlen, Störzonen, Elektrosmog! Bett
    umstellen, Iso-Matte und Kupferspiralen unters Bett, sofort eine
    Grander-Anlage ins Hauswassersystem einbauen lassen!” (alles bei ihm
    beziehbar)

    Psycho-Therapeut:
    “Wovor verschliessen Sie denn die Augen? Was wollen Sie nicht sehen? Was
    macht Sie denn so müde? Sie müssen hinschauen, sich dem Problem stellen. Sie
    müssen damit umgehen, sich selbst liebevoll annehmen lernen. – Klar, diese
    Tabletten! Wenn Sie wollen, daß ich Ihnen helfe, müssen Sie damit aufhören,
    Sie sind ja gar nicht Sie selbst!”

    Psycho-Analytiker:
    “Das ist der verdrängte Ödipus-Komplex. Sie haben eine gestörte
    Vater-Übertragung auf Ihren Chef, der Sie an einen ehem. Wohn-Nachbarn aus
    Ihrer frühen Kindheit erinnert. Legen Sie sich einmal auf die Couch und
    assoziieren Sie frei vor sich hin – ich schlafe inzwischen eine Runde in
    meinem Sessel.”

    Reiki-Meister:
    “Ja, ich kann das gut wahrnehmen: die Energie fliesst nicht so richtig.
    Kommen Sie zehn Mal, dann sehen wir weiter. Sie sollten nicht so viel reden
    - legen Sie sich einfach hin und entspannen Sie sich! Reiki macht das schon.
    - Ich mache auch Fernheilungen: ich sitze hier und konzentriere mich ganz
    auf Sie zu Hause. Macht 80 Euro die Sitzung.”

    Kinesiologe:
    “Sie sind ja ziemlich aus der Balance. Ich gleiche jetzt einmal Ihre
    Gehirnhälften aus und zeige Ihnen, wie Sie daheim die Augen rollen müssen.
    Dann werden Ihre Selbstheilungskräfte schon wieder aktiv werden.”

    Astrologe:
    “Du hast den Uranus und den Saturn gerade direkt auf Deinem Jupiter, und der
    Mond steht in Konjunktion mit Pluto genau gegenüber. Das ist ein bisschen
    heftig. Keine Sorge, nach einem Jahr löst sich das allmählich wieder auf.”

    Feng Shui:
    “Schau Dir doch Deine Wohnung an: im Beziehungseck die Schmutzwäsche, im
    Reichtumseck eine vertrocknete Pflanze, und im Bereich Ruhm und Karriere das
    Klo…. klarer geht’s nicht, oder? Ich habe da ein paar sehr wirkungsvolle
    Mobiles und Kristalle, mit denen du diese Fehlbereiche beleben kannst, damit
    wieder alles ins Lot kommt. Ich verspreche dir: diese Investition zahlt sich
    aus; hundertfach kriegst du’s zurück.”

    Engels-Channel:
    “Ich kriege da so eine Botschaft aus dem Jenseits, dass Sie in Wirklichkeit
    jemand ganz anderer sind. Sie gehören nicht in diese Welt, Sie sind zu
    Höherem berufen. Lernen Sie das Channeln und fangen Sie endlich an zu
    heilen; das ist Ihre wahre Berufung. Die jenseitigen Meister warten nur mehr
    auf Ihr “Ja”. Wissen Sie, ich sag das nur zu Ihnen: nächsten Monat beginnt
    eine Ausbildungsgruppe bei mir, wo ich solchen Menschen wie Ihnen beibringe,
    wie man seine Fähigkeiten entwickelt und zum Wohl der Welt einsetzt. Wenn
    ich so überlege: ich könnte mir vorstellen, dass gerade Sie dafür besonders
    talentiert sind und eines Tages vielen Menschen damit helfen könnten.”

    Katholischer Seelsorger:
    “Beten Sie, liebe Schwester, beten Sie! Jesus liebt Sie! Das ist mehr als
    genug. Meinen Sie nicht? Warum versteifen Sie sich so darauf, dass Sie von
    Ihrem Mann Liebe brauchen? Lassen Sie los! Öffnen Sie sich dem Heiligen
    Geist. Kommen Sie zu mir, wann immer es Ihnen Ihr Herz sagt – auch wenn es
    mitten in der Nacht ist – und erzählen Sie mir alles! Das wird Sie
    erleichtern. Bei mir sind Sie in guten Händen, ganz sicher und ganz
    unverbindlich und kostet Sie auch nichts, wie bei den Therapeuten, den
    Sekten und dem Psychokult. Ich tue das ganz uneigennützig…”

    Gestalt-Therapeut:
    “Rauslassen! Komm, lass es raus! Schrei, schrei endlich! Trau dich!”

    Edelstein-Therapeut:
    “Hier habe ich viele bunte Steinchen. Welchen wollen Sie nehmen, einen
    roten, einen blauen, einen grünen? Smaragd, Saphir, Bergkristall? Männchen
    oder Weibchen? Suchen Sie sich einen aus, ganz spontan und intuitiv, und
    legen Sie ihn sich jeden Tag 30 Minuten auf die Brust. Das öffnet die
    Chakren.”

    Familien-Therapeut:
    “Jetzt stellen wir mal Ihr Familiensystem auf. Gibt es da irgendwelche
    “schwarzen Schafe”, abgetriebene Kinder, verstoßene Enkeln, Onkeln und
    Tanten, enterbte Nichten und Neffen, betrogene Ehemänner, faule Schul- und
    Studienabbrecher? Die stören das Familiensystem, und deren erblicher
    Einfluss wirkt sich auf Sie hemmend aus, Sie können Ihre Potenziale nicht
    voll entfalten. – So, jetzt rücken sie mal das System zurecht, verbeugen
    sich vor Vater und Mutter, Oma und Opa, Urgrossvater und Urgrossmama, alle
    Geschwister, Cousins und Stiefenkeln und danken Ihnen, wofür auch immer,
    werfen Sie sich vor ihnen auf den Boden und fangen Sie spontan an zu weinen.
    Das wird die Schuldverstrickung lösen.”

    Tachyonen-Berater:
    “Was Du erlebst, sind einfach Entgiftungserscheinungen. Da will ganz viel
    alter Mist raus aus deinem System. Wehr dich nicht dagegen, kauf noch ein
    paar neue, noch bessere Tachyon-Produkte, zum Beispiel diese wunderbare Blue
    Green Alge – die reinste Gehirnnahrung, die ideale Versorgung für unser
    Zeitalter. Du wirst sehen: wenn deine Chakren erst einmal dauerhaft nach
    oben ausgerichtet sind, schiesst dein Energielevel in die Höhe wie nix.”

    Tantra-Lehrer:
    “In dir ist das Weibliche und das Männliche noch nicht vereint. Sei öfter
    mal Mann, dann wieder ganz Frau. Bete zu Shakti und Shiva, Shankar und
    Ganesha, Paramahansa und Yogananda, Bhagvad Gita und Mahabharata…”

    Yoga-Lehrer:
    “Jetzt machen wir einmal ein paar ganz schwierige Verrenkungen, bis die
    Wirbelsäule kracht, das tut dem Körper und dem Karma gut. Dann setzen wir
    uns in den Lotussitz und meditieren “Om” auf das Bild von Sri Chimnoy, Sri
    Mataji, Sri Babaji, Krishnamurti, Maharishi, Sai Baba, Ali Baba…”

    Aura-Soma:
    “Gehen Sie nach innen zu Ihrem inneren Heiler und suchen Sie sich ganz
    spontan eines der bunten Flascherl aus. Gut. Mit dem tun Sie jetzt gar
    nichts. Es gibt hier noch die Pomander, die Meisteressenzen, die
    Lehrlingsessenzen und die Gesellenessenzen, Flascherl zum Umhängen und eine
    Creme zum Einschmieren, und Sie können es auch als Sammelpackung ganz klein
    haben zum Mitnehmen auf Reisen. Sind sie nicht schön, diese funkelnden
    Farben? Ich poliere meine Flaschen jeden Tag liebevoll und rede mit ihnen.
    Möchten Sie, dass ich einmal zu Ihnen nach Hause komme und Ihnen und Ihren
    Freundinnen die ganze Kollektion zeige? Sie kriegen natürlich Prozente.”

    Heilmasseur:
    “Haben Sie gespürt, wie verkrampft Sie im Nacken und in den Schultern sind?
    Lauter Knoten, die man kaum raus bringt. Ich kenne da ein Gerät, das ich
    Ihnen empfehlen kann: kaufen Sie sich den “Meistermasseur”, der knetet jeden
    Tag Ihren Nacken wie ein Profi. Ich habe gerade noch ein letztes Exemplar
    dabei.”

    Transpersonaler Atemtherapeut:
    “Atmen…atmen! Tiefer! Schneller! Tiefer! Schneller! Tiefer!…”

    Schamane:
    “Sie sind von einem fremden Geist besessen. Jetzt rassle ich mal eine Runde,
    dann trommeln wir zusammen, beten zum Großen Geist Manitu und zur Mutter
    Erde, machen einen Trance-Tanz, und dann sind die Geister wieder versöhnt.”

    Schliesslich, ein guter Freund:
    “Besorg dir eine Putzhilfe und mach mal wieder Urlaub!” ;-)

  • RavenRaven sagt:

    Vielleicht haben die Scientologen ja doch recht, und das hier ist der Exilplanet, wohin wir zur Strafe für unsere Verbrechen verbannt wurden und nun Dank Xenu verdammt sind, uns mit haufenweise Body-Thetanen und anderen fiesen Dingen herumzuplagen. :twisted:

    Auch immer wieder passend: diverse Gedanken aus der Matrix, wo den wenigen, die sich nicht die Sinne von der Illusion vernebeln lassen, die Traumwelt realer empfinden als die computergenerierte Wirklichkeit.

    Die persönlichen Probleme oder die menschlichen allgemein sind eine Sache, aber vollkommen unerträglich sind die Gedanken an das Leid von Wesen, die sich selbst unter den denkbar besten Umständen nicht wehren können.
    Seit jenem Brief von Peta am Montag bekomme ich die Vorstellung an den beschriebenen Horror in der ach so tollen aufstrebenden Wirtschaftsmacht China nicht mehr aus dem Kopf, dabei habe ich ihn nur überflogen und angeblich lässt die eigene Fantasie Dinge gar nicht zu, die zu furchtbar sind.
    Ich fand es so grauenhaft, dass ich Dir jegliche Details erspare. Tiere essen ist eine Sache, aber in dem Fall ging es um “Mode”, Katzen, Hunde und sinnlose Qual.
    Für mich ist so etwas der Beweis dafür, dass diese Welt eindeutig kaputt ist. Auch wenn mal alles für eine Weile in meinem Leben völlig in Ordnung ist, muss man die Augen schließen und für die Opfer hoffen und sich selbst hoffen, dass es schnell vorbei geht, sonst wird man wahnsinnig, denn daran ändern kann man in den meisten Fällen doch nicht viel.

    Wie kommst Du eigentlich auf genau 21?

  • PersephonePersephone sagt:

    @Raven: Ich kann den Glauben der Sciencetologen an Xenu und böse Thetanen zumindest nachvollziehen, nur gebärden sie selbst ja auch nicht besser.
    Und genau wie in der Matrix habe ich das Gefühl, dass irgendetwas mit dem System, in dem wir leben, nicht stimmt.
    China scheint sich ganz besonders durch Tierquälerei auszuzeichnen, immer wieder China, mit seiner ach so tollen Jahrtausende alten Hochkutur – igiiiiiiit :mad:
    Die Zahl 21 ist willkürlich gewählt. Sie ist meine Lieblingszahl, weil ich am 21. Geburtstag habe und weil sie im Verhältnis zur 3 steht, der in der Numerologie eine besondere Bedeutung zukommt.

  • Marc AurelMarc Aurel sagt:

    Fegefeuer oder Maya – kein „durchgeknallter“ Blogeintrag, sondern Gedankenflüge an denen du uns via „www“ teilhaben lässt.

    Das persönliche Fegefeuer – ein interessanter Aspekt, bei dem ich ein wenig verweilen möchte.

    Im christlichen Glauben, aber auch in anderen jenseitsgläubigen Religionen, bestand bzw. besteht die Vorstellung das „gute“ Menschen nach dem Tode in den „Himmel“ kommen, die „Bösen“ aber, als gerechte Sühne ihrer irdischen Untaten, in der Hölle schmachten müssen.

    Durch Taufe (Reinigung von der „Erbsünde“) und Beichte (zunächst nur einmalig!) war es dem armen Menschlein möglich, sich von der im Laufe ihres Erdendaseins angehäuften Sündenlast zu befreien um so dem Himmel teilhaftig zu werden.

    Vor etwa 1200 Jahren kam nun schottische Mönchen bei ihrer Missionierung in Deutschland die Idee einer „wiederholten Beichte“, durch die immer wieder inzwischen begangenen Sünden abgewaschen werden konnten und somit auch ein “Wiederholungstäter” im Falle seines Todes in den Himmel gelangen konnte.

    Da jedoch Strafe sein muss(?), wurde bei der Vergebung in “Sünden” und “Sündenstrafen” unterschieden: Der Mensch ist durch Taufe und Beichte zwar von den “Sünden” befreit, doch die Strafen dafür muss er natürlich noch abbüßen. Dafür wurde dann im Leben nach dem Tod neben Himmel und Hölle ein besonderer Ort geschaffen: das Fegefeuer! Je nach Schwere und Zahl seiner Sünden muss der Verstorbene nun eine mehr oder weniger lange Zeit dort verbringen, gepeinigt wird er wie in der Hölle, doch er hat die Aussicht, nach Verbüßung der Strafe doch noch in den Himmel zu gelangen!

    Verknüpfen wir nun diese, zugegebenermaßen „eigenwillige“ Sichtweise, mit Persephones nächtlicher Gedankenspirale, so befindest wir uns, in Gesellschaft von 6.503.301.236 Schicksalsgenossen (Stand: 28.10.05 – 10.02 Uhr) gewissermaßen in diesem „fegefeurigen“ Zwischenstadium. Die Erde als Ort der Sühne und Reinigung. Nachdem unsere „Verfehlungen“ im Fegefeuer eines Erdenlebens abgegolten sind, erteilt uns der Tod gewissermaßen Absolution.

    Der Begriff „Fegefeuer“ verdient offenkundig unsere besondere Aufmerksamkeit.

    Suchen wir uns Hilfe bei der Etymologie – die Bedeutung der ersten Worthälfte ist offensichtlich. Im alltäglichen Sprachgebrauch ließe sich das Verbum „fegen“ sinnvoll mit „ausfegen“, „aufkehren“, „saubermachen“ oder „reinigen“ ersetzen.
    Den Status der „Unreinheit“, den Makel der „fehlenden Sauberkeit“ erkennen wir aus der Abweichung vom zweckgemäßen, unbeeinträchtigten „Urzustand“. Gilt es diese wünschenswerte „Reinheit“ wieder herzustellen, sind Aktivitäten wie eben das „(Aus)fegen“ unerlässlich.

    Die zweite Worthälfte, also der Begriff „Feuer“ versagt uns, aufgrund seiner Ambivalenz, eine klare Interpretation.

    Beim Gedanken an „Feuer“ entstehen vor unserem geistigen Auge Bilder brennender Dachstühle, lodernder Scheiterhaufen, beißendem Qualm und panischen Menschen.
    Im Vordergrund steht die zerstörerische Macht des Feuers mit seiner wilden, zügellos chaotisch, archaischen Planlosigkeit.
    Da wir uns alle schon mal die Finger verbrannt haben, sind uns Dantes Höllenbilder zumindest in Ansätzen erfahrbar geworden.
    Die läuternde Feuerlohe der Inquisition, die Erlösung im Flammentod – ein machthungriger Klerus bediente sich menschlicher Urängste und unmittelbarer Erfahrung.

    Doch kennen wir den Begriff „Feuer“ nicht auch in anderem Kontext?
    Die klammen Finger, die kalten Füße einem anheimelnd knisternd und knackendem, wohlig warmen, würzig duftenden Kaminfeuer entgegen gestreckt. Vervollständigen wir die Szenerie noch mit einen bequemen Ohrensessel, einer aromatischen Tasse Tee und einer Pfeifenfüllung exotischen Rauchtabaks erhalten wir das Urbild häuslicher Gemütlichkeit.

    War nicht auch, Prometheus oder einem geschickt genutzten Blitzschlag sei Dank, das Feuer jener freundliche Helfer, der, im Wortsinn, Licht in das Dunkel menschlicher Existenz brachte. Fast bis in unsere Tage hinein versetzten uns die Flämmchen von Kien-, Kerzen- und Ölleuchten in die Lage die Dunkelheit zumindest zum Teil zu bannen.
    Man denke nur in diesem Zusammenhang an das segensreiche Wirken der Leuchtfeuer, die an stürmischem Gestade, die mondlose Nacht durchbrechend, den einlaufenden Schiffen den sicheren Weg in den schützenden Hafen weisen.

    Wir sehen, eine eindeutige, allgemeingültige Interpretation der Begrifflichkeit „Feuer“ ist uns nicht möglich – mal Jekyll und mal Hyde, Wohl- und Übeltäter in Personalunion, Fluch und Segen untrennbar verschmolzen.

    Nachdem uns diese Erkenntnis ihr erhellendes Licht genießen lässt, wenden wir uns wieder zuversichtlich dem Begriff „Fegefeuer“ zu und stellen fest, dass ein Bild von „Seelenläuterung durch Flammenpein“ nicht die einzig mögliche Interpretation dieser Begrifflichkeit darstellt.

    Denken wir beispielsweise an die klassische Tragödie.

    Nach Aristoteles definiert sie sich als die ,,Nachahmung einer ernsthaften und in sich abgeschlossenen Handlung, in einer durch Zutaten (Sprachmelodie, Versmaß etc.) gewürzten Sprache.“ Die Tragödie ist ,,Nachahmung tätiger Menschen und realistischer Situationen“, dadurch, dass sie Mitleid und Furcht erregt, bewirkt sie die ihr eigentümliche Reinigung(!) . Im aristotelischen Sinne stellt das Mitleid die angemessene emotionale Reaktion auf das unverdiente Unglück eines anderen dar. Die Furcht als selbstbezogene Emotion basiert auf der Überzeugung, dass es einem selbst ähnlich wie dem Protagonisten ergehen könnte.

    Die aristotelische Katharsis, das (aus)fegen der Seele mit den Mitteln der klassischen Tragödie, während uns ein gutmütig flackerndes Kaminfeuer die Kälte des Alls vom Leibe hält – eine, wie ich meine, durchaus zulässige Interpretation des Terminus „Fegefeuer“.

    Übrigens, die „enfant terrible“ liegen den „Vätern“ zumeist besonders am Herzen!

    Marc Aurel

  • AriannaArianna sagt:

    Das mit dem Fegefeuer hat mich auch schon oft beschäftigt, muss ich zugeben… Aber ich glaube doch, ganz so schlimm kann es nicht sein, sonst würden wir Menschen ja alle Selbstmord begehen. Dazu gibt es dann doch zu viele schöne Dinge auf der Welt.
    Diese Spiel- und Spaßgesellschaft geht mir aber auch gehörig auf die Nerven – lauter verwöhnte, egoistische Blagen, wohin man sieht. Da lasse ich mir noch lieber vorhalten, ich sei “irgendwie komisch”. Womit wahrscheinlich alle Menschen gemeint sind, die nachdenken. :sad:
    Irgendwann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das Wort “Schule” noch am besten passt. Wir Menschen sollen auf dieser Welt etwas lernen, jeder etwas anderes. Und da muss es auch schwierig zugehen, sonst würde man sich ja nie anstrengen.

  • PersephonePersephone sagt:

    @Ariana:

    Ob man das Leben ganz oder zeitweise als Fegefeuer empfindet, hängt wohl von der persönlichen Disposition ab. Für manche Menschen ist es ja so schlimm, dass sie sich umbringen, aber damit das nicht zu häufig geschieht, wurde der Körper mit einem erstaunlichen Überlebenswillen ausgerüstet und so klammert sich die Seele an die kleinen Glücksblumen, um ihre Schulzeit auf Erden zu überstehen. :razz:
    Die Sache mit der Schule, Entwicklung, Erfahrung sammeln ist ja eine weit verbreitete Annahme (zumindest unter uns “komischen” Leuten, die nachdenken :cool:) und auch ich hänge dieser Vorstellung an, wobei ich mich während meiner hadernden Phasen natürlich frage, was dieses ganze Gelerne eigentlich soll, aber damit kommen wir in Bereiche, die nicht mehr zu erfassen sind.
    Ganz abgesehen von meiner seelischen Verfassung macht mir die zunehmende Erderwärmung Angst, weil ich Hitze und grelles Sonnenlich körperlich nicht vertrage und dann allein deshalb das Fegefeuer-Feeling habe. :shock:

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