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Kriechend zur Hochgeschwindigkeit

26. Oktober 2006

Monatelang nahm die Frage: Bestelle ich mir DSL oder nicht? immer wieder Kapazitäten meiner Gedankenkraft in Anspruch.
Natürlich war die Aussicht auf superschnellen Seitenaufbau und bequemen Download-Möglichkeiten verlockend, doch lange schreckten mich lange Vertragslaufzeiten von zwei Jahren und die unübersichtliche Tarifstruktur, die ein Vergleich der Angebote schwierig machte, ab.
Zudem las ich mir einige Erfahrungsberichte von DSL-Kunden im Internet durch, die alle ganz grauenvoll klangen (schlechter Service, verschleppte Anschlußzeiten). Dann dachte ich mir aber, dass ein Mensch mit schlechter Erfahrung eher das Bedürfnis hat, einen Erfahrungsbericht zu verfassen als ein Mensch mit guter Erfahrung und es genügend DSL-user geben muss, bei denen alles gut läuft..

Wie es immer so ist, wenn man mit einem Vorhaben Schwanger geht, irgendwann drängt das Kind auf die Welt. Ich entschied mich schließlich für das neue Angebot des bekannten Providers 1&1.
Für 29,90€/Monat (die ersten 6 Monate sogar für nur 19,90€/Monat) erhält man eine Doppelflatrate für Internet und Telefon inklusive der Anschluß-Grundgebühr, wobei automatisch die schnellstmögliche Internet-Verbindung angeboten wird. Es gibt also keine Preisunterschiede zwischen den Geschwindigkeiten wie bei anderen Anbietern und auch kein mühsames Zusammensuchen diverser Teilangebote (Anschlußpreis, Flatrate für Internet und Flatrate für Telefon). An meinem Domizil ist erfreulicherweise die Höchstgeschwindigkeit 16000KB/s verfügbar, wobei ich auch schon mit 1000KB/s zufrieden gewesen wäre, denn das ist gegenüber meinem zuckelnden 56K Modem immer noch ein Datenrausch.

Am 03. Oktober 2006 während einer vierstündigen Feiertagsschicht im Callcenter bestellte ich das DSL-Paket über die 1&1 Homepage.
Am Freitag, den 21.Oktober erhielt ich das FRITZ DSL-Modem mit Splitter und Kabeln. Samstagmorgen kroch ich dann hinter dem Sofa und unter dem Schreibtisch herum, um die Kabel anzubringen. Ein großes Dummy-Installationsposter mit bunten Bildchen erklärte auch für den dümmsten DAU verständlich, wie die Kabel zu stecken seien: Der Splitter in die Telefonbuchse, ein Kabel vom Splitter zum Modem, eines vom Modem zum PC, ein anderes zum Telefon und ein paar Adapter-Stecker dazwischen.

Zitter-Zitter: der große Augenblick war gekommen. Würden die Daten durch mein Kabelwirrwar sausen? Um es kurz zu machen: sie taten es nicht. Die Powerleuchtdiode des Modems blinkte unentwegt, was sie nicht tun sollte, wenn der DSL-Anschluß funktionstüchtig gewesen wäre.
Die Kabel hatte ich richtig gesteckt. Woran konnte es liegen? Genau diese Situation hatte ich befürchtet. Ich stecke alle Gerätschaften richtig zusammen und nichts geht. Dumm stand ich da und weil ich mir nicht anders zu helfen wußte, fasste ich mir ein Herz und rief bei der Supportline an. Ich hasse es ja in einem Callcenter anzurufen, gerade weil ich selbst in einem Callcenter arbeite. Und so erlebte ich die Leiden eines Callcenter-Anrufers an den eigenen Ohren. Viermal wurde ich mit der Meldung “Alle Plätze belegt, versuchen sie es später wieder” aus der Leitung geschmissen. Einmal durfte ich mich mit einem netten Sprachcomputer unterhalten, der mich nicht verstehen  wollte. Schließlich fragte er meine Kundennummer ab, wiederholte diese korrekt und wollte mich zu einem menschlichen Wesen weiterverbinden, doch bevor ich dieses erreichte, waren wieder alle Plätze belegt und ich wurde aus der Leitung geworfen.
Nun gut, vielleicht war das auch besser so, denn was hätte ein Callcenter-Mitarbeiter schon tun können, um meinen DSL-Anschluss zum Laufen zu bringen? Im Gegensatz zu vielen anderen Kunden, die ein Callcenter konsultieren, erwarte ich von den dortigen Mitarbeitern weder magischen Kräfte noch prophetische Gaben.
Entnervt gab ich auf und steckte wieder mein gutes, altes, lahmes Modem in die Telefonbuchse.

Einige Stunden später fischte ich einen Brief von 1&1 aus meinem Briefkasten, der des Rätsels Lösung enthielt. Mein DSL-Zugang ist vom Kooperationspartner meines Providers, sprich von der Telekom, noch gar nicht freigeschaltet worden. Man würde mich unverzüglich über den Freischaltungstermin informieren, sobald er bekannt würde.
Am folgenden Montag, 23.Oktober, erhielt ich bereits die Mitteilung, mein DSL-Anschluß würde am 26. Oktober freigeschaltet. Juhu.

Nachdem ich am Donnerstag meinen Glukosespeicher nach der Callcenter-Schicht mit einem Mahl aus Rapunzeln und Käsetoast aufgefüllt hatte,  knipste ich erwartungsvoll das DSL-Modem an. Würde sich die Leuchtdiode diesmal beruhigen und eine geöffnete DSL-Pforte anzeigen?
JUBEL – das Lämpchen blinkte nicht. Schnell noch den Browser öffnen und den Start-Code in die angezeigte Maske eingetippt – und dann ging es WARP-Geschwindigkeit los!
Was für ein Rausch. Nicht nur die Seiten müssen nicht mehr laden, auch Videos oder kleine Programme  sind einfach da. Brauchte ich mit meinem Modem Stunden, um mir ein Musikvideo anschauen zu können, so ist es nun sofort möglich. Ich lud mir gleich die neuste 2.0 Version von Firefox herunter, die ärgerlicherweise aber nicht kompatibel mit meinem Katzenskin ist, so dass ich nun mit dem öden Standard-Design herumtingeln muss. Anyway.

Endlich flitzt auch Persephone mit Hyper-Lichtgeschwindigkeit durch das virtuelle Universum.


Der Beitrag wurde am Donnerstag 26. Oktober 2006 um 20:33 veröffentlicht und wurde unter Oberwelt-Abenteuer abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

2 Kommentare

  • RavenRaven sagt:

    Willkommen im Club der geschwindigkeitsverwöhnten DSL-Nutzer. ;) Möchtest Du die Urlaubsfotos jetzt nochmal in größerer Auflösung haben? :mrgreen:

  • PersephonePersephone sagt:

    Ich muss mich noch daran gewöhnen, dass ich mich jetzt nicht mehr einwählen muss. Ich ertappe mich noch dabei, wie ich denke: “ach das muss ich später, wenn ich online gehe noch nachschauen”.

    Die Urlaubsphotos sind auch in geringerer Auflösung gut genug für mich. :mrgreen: Du musst Dir nicht nochmal die Mühe machen. Schade, dass das Bild vom schlafenden Katzenhai nichts geworden ist, der war so süß :grin: und wer hat denn schonmal einen schlafenden Hai gesehen? :lol:

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