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Schwarzes Blut

14. Januar 2009

Gestern, am 13.Januar 2009 um 8:00 hatte ich Termin für meinen dritten Chemo-Zyklus.
Ich musste um 6:30 aufstehen und torkelte schlaftrunken zur S-Bahn. Nur der luminiszierende Anblick des Mondes kurz nach Vollmond entschädigte mich für den frühen Fall aus meinem weichen, katzengewärmten Bettchen.

In Frankfurt hatte die U4 auf unbestimmte Zeit Verspätung. Weil ich keine Lust in das schwarze Loch des Tunnels zu starren, bis endlich die Lichter einer U-Bahn aufblitzten, setzte ich mich in die Straßenbahnlinie 12. Die braucht zwar doppelt so lang wie die U-Bahn, aber ich brauche das Gefühl voran zu kommen.

08:15 trudelte ich in der Onkologischen Praxis ein und brauchte erstmal eine Weile, mich meiner Vielschicht-Winterkleidung zu entledigen und die Straßenschuhe gegen eine Art Gymnastikschläppchen zu tauschen.
Ein Mann war gerade dabei, Zytostatika-Reste in Giftmüllbehältern mit großem Totenkopf drauf abzuholen. Na toll, was hier als Giftmüll entsorgt wird, wird uns Krebspatienten als Medikament in den Körper gepumpt. Da kann einfach etwas nicht stimmen.

Dann begann das übliche Prozedere: Eine Kanüle wurde in eine Vene meines linken Armes geschoben und Blut abgezapft. Während die Blutwerte im praxiseigenen Labor bestimmt werden, läßt man Kochsalz-Lösung in meinen Körper tröpfeln. Wozu das gut sein soll, weiß ich nicht. Hat vielleicht eher einen psychologischen Wert, damit die Patienten das Gefühl haben, es wird etwas gemacht, sonst würden sie vielleicht ungeduldig werden.

Wieso dauerte es diesmal so lange, bis die nächste Flasche, Aloxi, ein Medikament gegen Übelkeit, angeschlossen wurde. Alle anderen wurden bedient, nur ich wurde ignoriert. Ich wurde sauer und fühlte Anspannung in mir aufsteigen.

Dann kam endlich eine Schwester mit des Rätsels Lösung. Meine Blutwerte seien zu schlecht. Sie habe mit einem Arzt Rücksprache gehalten und würden die Chemotherapie lieber um eine Woche verschieben, bis dahin habe sich mein Blut wahrscheinlich erholt.
Betroffen sind die Leukozyten, die weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr verantwortlich sind. Merken tue ich davon nichts, zumindest wurde ich nicht mit Infektionen überrannt.
Der untere Normwert für die Leukozyten liegt bei 4000/µl Blut. Mein Wert liegt bei 2500µl.

Ich war erleichtert, als ich wieder gehen konnte. Nächster Termin ist nun der 20.Januar, 09:00.
Schon seltsam, während der ersten Chemotherapie mit zwei Zytostatika war mein Blut nie zu schlecht für die Chemo. Obwohl, damals sackte mein Hämoglobin-Wert stark ab und ich bekam Blutinfusionen zwischendurch, um für die nächste Giftattacke bereit zu sein.

Na ja, ohne die Weißkörperchen stellte ich mir mein Blut jetzt schwarz vor, wie es sich für eine Gothic-Lady gehört.

Der Beitrag wurde am Mittwoch 14. Januar 2009 um 12:50 veröffentlicht und wurde unter Oberwelt-Abenteuer abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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