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Zweite Chemo – second try

22. Dezember 2008

Seit Anfang November weiß ich von meinem Krebsrezidiv, welches nach schulmedizinischen Maßstäben als unheilbar gilt, wobei mein Onkologe auch vorher schon meine Termine als Palliativbehandlung Z51.5 nach ICD-10 abgerechnet hat.
Nachdem meine erster Versuch im Rezidivfall mit dem von mir ausgesuchten Zytostatikum Caelyx zu einer allergischen Reaktion führte und ich mich noch tagelang regelrecht vergiftet fühlte, folgte nun der zweite Versuch meiner zweiten Chemotherapie.
Als Alternative zu Caelyx hatte ich Carboplatin gewählt, das ich bereits bei der ersten Chemotherapie neben Paclitaxel erhalten hatte. Carboplatin ist bekannt dafür, Übelkeit zu erzeugen, keine gute Aussicht, denn Übelkeit finde ich die schlimmste aller Wirkungen – und nach der Vergiftung mit Caelyx brodelte sowieso schon Groll gegen die phantasielose Chemotherapie in mir.

Da saß ich nun also am 02. Dezember von 9:00 bis 12:00 in dem neuen Therapieraum der Onkologischen Gemeinschaftspraxis, der so grell weiß gestrichen ist, dass man fast eine Schneebrille braucht. Nach einer Venenspülung mit Natriumchlorid-Lösung, einer Infusion mit einem Antiemetikum, damit man die frisch gestrichene Bude nicht voll kotzt, tröpfelte das langweilig klarflüssige Carboplatin in meinen Körper. Wie zu erwarten war, vertrug ich die Infusion gut. Dennoch fühlte ich mich gehetzt, wollte so schnell wie möglich fertig werden und wurde ungeduldig, wenn eine Infusion zu ende war und sich die Arzthelferinnen natürlich immer gerade in einer anderen Ecke des Saales aufhielten und es eine Weile dauerte, bis sie die nächste Infusionsflasche anschlossen. Dabei war es diesmal gerade anders herum als letztes Jahr: Bei der ersten Chemotherapie 2007 kam ich als erste und ging als letzte. Doch nun kam ich später und ging früher als viele andere.

Ich weiß nicht so genau, warum ich so ungeduldig bin. Wahrscheinlich liegt das an meinem inneren Widerstand gegen die Chemotherapie, der sich seit der Caelyx-Vergiftung entwickelt hat.
Caelyx war dabei der Auslöser über Sinn und Unsinn der Chemotherapie nachzudenken und Informationen einzuholen. Fakt ist, dass Chemotherapie weder mich noch die meisten anderen Menschen mit metastasiertem Krebs heilen kann. In wie weit eine Chemo das Überleben verlängert ist strittig. Die mögliche längere Überlebenszeit muss zudem gegen den Verlust der Lebensqualität während einer Chemo abgewogen werden. Wenn die Schulmedizin es dann in ihren bescheuerten Studien als tollen Erfolg feiert, wenn eine neue Zytostatika-Kombination eine längere Überlebenszeit von zwei Monaten bringt, ist das ein Armutszeugnis der Schulmedizin, die längst keine Heilkunst mehr ist. Heilen bedeutet, den ganzen Menschen zu betrachten und ihm eine ganz individuelle Therapie und Fürsorge zukommen zu lassen. Die Schulmedizin betreibt in ihrem Wahn, eine Naturwissenschaft sein zu wollen, genau das Gegenteil. Es werden strikte Leitlinien aufgestellt wie jeder Mensch mit einer bestimmten Diagnose zu behandeln ist. So dürfte es für eine Patientin mit Ovarialkarzinom schwer sein, in der Primärtherapie eine andere Chemotherapie als Carboplatin/Paclitaxel zu bekommen, weil diese Kombination als Goldstandard gilt.
Dass man in der Sekundärtherapie mehrere Möglichkeiten zur Auswahl hat, ist für mich gut, und mir war von Anfang klar, dass ich kein Paclitaxel mehr haben will, aber die Mediziner wünschen sich wahrscheinlich auch hier einen Standard, damit man keine individuellen Entscheidungen treffen muss.
Von der Chemotherapie profitiert eigentlich nur die Pharmaindustrie, denn Zytostatika sind teuer und lassen das Geld in großen Strömen in den Speicher sprudeln. Und weil das so ist, werde alle Alternativtherapien, die den Todkranken eine tatsächliche Heilung bringen könnten, nicht nur verschwiegen sondern dank guter Kontakte zur Politik verboten. Aus diesem Grund sind dem Pharmakartell natürlich Kombitherapien lieber als als Monotherapien. Je mehr Zytostatika desto besser (für die Pharmaunternehmen).
Im Internet habe ich einen Artikel gefunden, in dem der Überlebensvorteil bei Anwendung des etablierten Goldstandards Carboplatin/Paclitaxel gegenüber der Monotherapie mit Carboplatin angezweifelt wird. Aber diese Monotherapie hat keine Lobby, weil die Pharmafirmen das besonders teure Paclitaxel am liebesten verkaufen und sich viele Mediziner gern der Pharmalobby anschließen.
Die Kombination hat nun aber mehr Nebenwirkungen und ist toxischer als Carboplatin Mono. So werden jedes Jahr viele Tausend Frauen unnötig mit Paclitaxel vergiftet, müssen Nervenschäden, Bauchkrämpfe und Haarverlust in Kauf nehmen, damit das scheiß Pharmakartell sich eine goldene Nase verdient.
Den armen Patienten wird suggeriert, es gäbe keine Alternative zur Vergiftung ihres Körpers, bei der als eine Art Kollateralschaden auch ein paar Tumorzellen mit drauf gehen. Um Patienten vor „Scharlatanen“ im Internet zu „schützen“, gibt es nun ein Label für Webseiten mit seriösen medizinischen Informationen. Wenn man sich die Qualitätskriterien auf der Homepage von aktionsforum gesundheitsinformationssystem durch liest, klingt das auf den ersten Blick sinnvoll. Ich vermute aber, dass nur solche Informationen das Qualitätssiegel bekommen, die schulmedizinisch abgesegnet sind. Dazu gehören meinetwegen auch alternativ-medizinische Angebote, so lange sie mit der Schulmedizin zusammen arbeiten und der Pharmalobby nicht gefährlich werden können. Aber beispielsweise ein Dr. Hamer mit seiner Neuen Germanischen Medizin dürfte das Siegel wohl kaum bekommen. Auch wenn ich dieses Beispiel gewählt habe, so bin ich keine Anhängerin dieser Medizin, weil sie mir zu somatisch orientiert ist.

Nun, wie dem auch sei: Am Tag nach der Carboplatin-Infusion litt ich unter Übelkeit, Elendsgefühl und Schwäche, so dass ich nichts anderen tun konnte, als die Zeit zu verschlafen und abzuwarten, dass es vorbei geht. An diesen Tagen bin ich nicht mal in der Lage zu lesen und auf Fernsehen habe ich auch keine Lust, besonders wenn man das schlechte Programm in Betracht zieht.
Dieser Zustand dauerte vier Tage an. Das wäre ja akzeptabel.
Doch danach war ich keineswegs wieder fit. Ich konnte zwar wieder lesen und normal essen, aber was blieb war eine Kette aus Losigkeiten: Antriebslosigkeit, Motivationslosigkeit, Inspirationslosigkeit. Desweiteren Müdigkeit, Mattigkeit, Schwäche. Die körperliche Schwäche konnte ich dank eines Energiepulvers (informierte Kieselerde) überwinden, aber was bleibt ist die Antriebslosigkeit. Deshalb habe ich auch bis heute gebraucht, um diesen Blogartikel zu schreiben. Was mich motiviert, es heute zu schreiben, ist die Tatsache, dass ich morgen wieder Carboplatin bekomme und es mir deshalb in nächster Zeit wieder viel schlechter gehen wird als jetzt.
An meinem Buch kann ich zur Zeit nicht weiter schreiben und ich fühlte mich zu schwach, um Stoff für mein Centaurikleid für die FedCon zu kaufen. Die FedCon ist Anfang Mai 2009. Zwar noch eine Weile hin, aber ich wollte das Kleid mit Perlen besticken und das erfordert viel Zeit. Lange darf ich nicht mehr warten…

Ich frage mich, wie sinnvoll ist diese zweite Chemotherapie überhaupt, wenn sie mir meine Lebenskraft auffrisst? Was habe ich dann von einer eventuellen Lebensverlängerung, wenn ich die Chemo-Zeit weitestgehend als verloren betrachten muss? Ich werde mir den Verlauf des Tumormarkers ansehen und mich noch einer alternativen Methode unterziehen und dann entscheiden, wie lange ich die Chemo noch mitmache. Sechs Zyklen dürften es kaum werden.

Der Beitrag wurde am Montag 22. Dezember 2008 um 15:19 veröffentlicht und wurde unter Persephones Perspektive abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

9 Kommentare

  • ToulexisToulexis sagt:

    Liebe Persephone,

    Für den morgigen Tag wünsche ich Dir … ja was wünscht man in so einer Situation? Am besten vielleicht seelische Kraft. Und davon möglichst viel! Und natürlich im Anschluss daran möglichst unbeschwerte Weihnachtstage – so gut es eben geht.

  • PersephonePersephone sagt:

    @Toulexis
    Herzlichen Dank für Deine guten Wünsche. Die Chemo heute habe ich gut hinter mich gebracht. Jetzt bin ich zwar müde, aber sonst geht es mir noch gut. Erfahrungsgemäß kommt das Elend heute Nacht, aber vielleicht wird es diesmal dank Energiepulver nicht ganz so schlimm.
    Dir wünsche ich auch frohe und besinnliche Weihnachtstage. :xmas

  • gretelgretel sagt:

    hey, du liebe! komische anrede aber ich lese ab und zu rein und finde dich absolut sympathischl…. scheiss rezidiv, ich drücke dir ganz fest die daumen, dass du die chemo mit jedem zyklus besser wegsteckst und dass natürlich der scheisskrebs ´vielleicht doch nochmal verschwindet!
    alles gute!

  • RavenRaven sagt:

    Hmm, ich habe mir erst Sorgen gemacht, weil Du nicht die Kombi-Therapie bekommen hast, aber nach der Lektüre dieses Textes scheint das gar keine Katastrophe zu sein.
    Schlimm, dass die Gier nicht einmal vor verzweifelten Kranken halt macht und aus ihnen noch so viel Geld wie möglich herausgequetscht wird. Ich sag’s ja immer wieder, Gier und Ignoranz sind die zwei Grundübel des Diesseits! :wut

    Trotzdem schöne Weihnachten und liebe Grüße aus der Psychoklinik in Bad Bramstedt. :]

    PS: Ich bin erstaunt, dass diese Webseite auch auf dem 8,9-Zoll-Bildschirm meines Netbooks einwandfrei aussieht. Du musst einen guten Webdesigner haben. ;)

  • PersephonePersephone sagt:

    @Gretel
    Vielen Dank fürs Daumendrücken und die Sympathiebekundung.
    Heute, einen Tag nach der Chemo könnte es mir besser aber auch viel schlechter gehen. Immerhin bin ich in der Lage diesen Kommentar hier zu schreiben. Doch die meiste Zeit liege ich trotzdem im Bett, die Chemo geht nie spurlos an einem vorbei.

    @Raven
    Nach meiner Beschäftigung mit den Schattenseiten der Chemotherapie bin ich auch nicht mehr so begeistert von den Kombitherapien. Hätte ich Caelyx und Carboplatin bekommen, hätte ich sicher unter mehr Nebenwirkungen zu leiden als jetzt. Auf jeden Fall sind die Nebenwirkungen mit Carboplatin mono deutlich geringer als in der Kombination mit Paclitaxel. Das besonders giftige und teure Paclitaxel wird häufig verabreicht, wie ich gestern im Therapieraum sehen konnte, hatte eben ein einflussreiche, gierige Lobby. Hatte auch schon mal einen TV-Bericht gesehen, dass Krebs ein Riesengeschäft für die Pharmaindustrie ist und in diesem Bereich besonders abgezockt wird.
    Aber die Welt ist ja gar nicht böse,,, nein, nein ….

    Guter Webdesigner? Ja wer mag das wohl sein? Ich finde auch, dass er, nein sie besonderes gut ist :monster

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Weihnachtsabend in der Psychoklinik :psychiater

  • AkaschaAkascha sagt:

    Hallo Persephone
    Endlich komme ich dazu auch mal wieder ein bisschen Blogs abzusurfen und dann muss ich bei Jessica lesen, dass es dir nicht gut geht. Ich wünsche dir sehr viel Kraft, dass du alles gut überstehst und dir diesmal von der Chemo vielleicht nicht ganz so übel wird. Hatte selbst über Weihnachten mit heftiger Übelkeit und allem drum und dran zu kämpfen, das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht :( .
    Liebe Grüße Tina

  • PersephonePersephone sagt:

    Hallo Akascha,

    vielen Dank für Deine guten Wünsche. Tatsächlich war es über Weihnachten nicht ganz so schlimm mit der Übelkeit, aber um das Geschwächtsein kommt man einfach nicht herum.
    Es tut mir leid, dass Du auch unter Übelkeit leiden musstest. Das ist einfach ein ekliges Gefühl, schlimmer bald als Schmerzen.

    Alles Gute und einen guten Start ins neue Jahr für Dich

  • hoklhokl sagt:

    Hallo Persephone,

    Ich habe gerade deine Geschichte gelesen. Ich wünsche dir ebenfalls alles, alles Gute!

    lg,
    Klaus

  • PersephonePersephone sagt:

    Vielen Dank Klaus, das tut sehr gut!

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