Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/w0064309/tharanis/wp-content/plugins/role-scoper/taxonomies_rs.php on line 100

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/w0064309/tharanis/wp-content/plugins/role-scoper/taxonomies_rs.php on line 100
Persephones Welt » Meditation im Tibethaus

Blog

Meditation im Tibethaus

8. September 2009

Gedanken um die Anmeldung

Auf der Daila Lama-Veranstaltung im Juli 2009 hatte ich mir Prospekte von buddhistischen Einrichtungen in Frankfurt mitgenommen. Die Webseiten des Tibethauses und der Pagode Phat Hue fand ich beide sehr ansprechend und einladend für einen Besuch.
Die Pagode arbeitet in der Meditation allerdings mit Zen-Buddhismus, der für mich dekadente Europäerin zu hart ist. Ich entschied mich daher, einen Meditationskurs im Tibethaus zu besuchen und meldete mich Anfang August für den eintägigen Kurs am 29.August 2009 an. Da das Tibethaus nicht kommerziell arbeitet, war die Kursgebühr von 30€ auch für meinen kleinen Geldbeutel erschwinglich.
Ich habe mich zwar gegen den Buddhismus als meine Religion entschieden, doch für Geist und Meditation sind Buddhisten Experten und Meditation ist unbestreitbar ein guter Weg, um seine Ego-Identifikation zu überwinden und sich an die geistige Dimension rück zu erinnern.

Zur Zeit der Anmeldung las ich zudem das Buch: “Das tibetische Buch vom Leben und Sterben” von dem tibetischen Meister Sogyal Rinpoche.

Das Buch ist ein Bestseller, soll auch in der westlichen Sterbebegleitung weit verbreitet genutzt werden und hatte 24 begeisterte Bewertungen auf amazon.de bei nur einer Gegenstimme.
In dem Buch wird detailliert der Sterbeprozess und die Zeit im Zwischenreich zwischen Tod und nächster Wiedergeburt beschrieben und was man alles tun kann, um sich auf den Tod vorzubereiten.
Fazit: Wenn man bisher keine Angst vor dem Tod hatte, nach diesem Buch hat man Angst.

Man müsse sich ein Leben lang auf das Sterben vorbreiten, denn der Moment des Todes sei ein kritischer Moment. Ein falscher Gedanke in diesem Moment und schwupp saust man in die Hölle hinan, ein erleuchtetes Bewusstsein und ups landet man im Nirwana.
Alle anderen müssen damit rechnen im Jenseits von den Monstern ihres Unterbewusstseins verfolgt zu werden, ein ganz düsteres Bild wird gezeichnet und vor lauter Jenseitsschrecken wird man in die nächste Wiedergeburt hinab gezogen, ob man nun will oder nicht.
Wer dem Schrecken entgehen wolle, müsse sich durch jahrelange diszipliniertester Meditation auf das Sterben vorbereiten, wobei die meisten Meditationstechniken nur über einen Meister zu erlernen sind.
Schluck, da stehe ich dumm da ohne Meister und als Meditationsmuffel.
Ich hatte mir den Tod immer als friedlich und freundlich vorgestellt, Gevatter Tod nimmt mich liebevoll in seine Arme und bringt mich heim. Sollte doch alles ganz anders sein? Haben die erfahrenen Tibeter Recht? Das Tibetische Totenbuch auf das sich Sogyal Rinpoche bezieht, liegt noch auf meinem Stapel der zu lesenden Bücher.

Das ist der Hintergrund, der mich motivierte, mich bei dem Kurs anzumelden. Bestärkt wurde ich noch, als ich erfuhr, dass sich Jos, die Raven und ich beim Daila Lama getroffen hatten, auch angemeldet hatte.

Das Tibethaus befindet sich in Frankfurt Bockenheim nicht weit von der Leipziger Straße. Ich memorierte den Fußweg von der Haltestellte Kirchplatz (U6/7) aus bei Googlemaps.

Der Tag im Tibethaus

Im Frankfurter Hauptbahnhof holte ich mir auf dem Weg zur U-Bahn einen Kaffee und ließ mir Zeit. Trotzdem war ich schnell am Kirchplatz und stellte zufrieden fest, dass die Straßen tatsächlich so verliefen, wie ich es mir auf Googlemaps gemerkt hatte. Eine Frau blickte sich suchend um und sah so aus, als wolle sie auch zum Tibethaus, aber als sie in die falsche Richtung lief, hatte ich mich wohl geirrt.
Ich kam ca. 09:40 am Tibethaus an, noch 20 Minuten bis zum Beginn, so setzte ich mich auf eine Bank vor dem Haus und schlürfte meinen Kaffee aus. Jos kam und wir begrüßten uns. Schließlich kam auch die Frau von der Haltestelle, also doch, dachte ich. Es kamen immer mehr Teilnehmer, die sich ebenfalls auf die Bänke vor dem Haus niederließen, der typische Herdeneffekt, wenn da welche sitzen, setzte ich mich dazu.
Jos und ich standen gerade auf, um hinein zu gehen, da kam der verzweifelte Organisator heraus, er wundere sich wo alle bleiben, hatte schon befürchtet, sich in der Zeit vertan zu haben, längst warte Kaffee und Tee auf unsere durstigen Kehlen.

Hinter der Eingangstür führt direkt eine Treppe nach oben in den Buchladen des Hauses. Bücher, Bücher laden sofort zum Stöbern und Verweilen ein. Vom Buchladen aus führten einige Stufen hinauf in eine Art Cafeteria mit Tischen und Stühlen sowie einer Theke. Hier konnten wir uns mit Kaffee und Tee bedienen.
Die Einrichtung war hell und freundlich, eine in die Cafeteria integrierte Bibliothek sorgte für Gemütlichkeit. Die Cafeteria ging über in den Saal mit den Altären, in dem bereits Matten und Kissen für den Kurs bereit lagen. Später wurde eine bewegliche Wand zwischen Saal und Cafeteria gezogen.
Bei dem Organisator Thomas Lindau entrichtete ich die 30€ Kursgebühr. Er war ebenso freundlich und hilfsbereit wie die beiden Kursleiter Birgit Justl, eine Psychotherapeutin und Martin Brüger, ein Künstler.

Jos und ich setzten und nebeneinander. Die gefürchtete Mammut-Meditation blieb aus. Die Meditationseinheiten waren bewusst kurz gehalten, weil Anfänger eben nicht länger als maximal 15 Minuten durchhalten. Dazwischen gab es Erläuterungen der verschiedenen Techniken und jede Menge Pausen. Ein sehr gut strukturierter Tag, der auch mich mit wenig Ausdauer nicht überforderte und mir das Genießen des Tages ermöglichte.

Die Mutter aller Meditationen ist das Achten auf den Atmen. Atmung – die Grundtat des Lebens und Austausch zwischen Innenwelt und Außenwelt. Atmung ist nicht nur Gasaustausch sondern, man denke an die weitere Bedeutung des Wortes Inspiration, auch Austausch mit der geistigen Welt. Ach so, diese Anmerkung über die Atmung stammt von mir, nicht aus dem Kurs.
Man könnte meinen, es sei ganz einfach, sich auf den Atem zu konzentrieren, ist es aber nicht. Nicht nur, dass allerlei Gedanken dazwischen fuchteln, die sonst unbewusste Atmung wird bewusst gemacht und schon muss man willentlich Kraft aufbringen, um im Atemrhythmus zu bleiben.

Zur nächsten Übung verteilte Birgit Justl aus einem hübschen Asiabeutel Kieselsteine. Meiner war im Vergleich mittelgroß, hellgrau mit weißen Adern.
Nun sollten wir den Stein mit unseren Sinnen erfassen. Ich betrachtete ihn, betastete, schnupperte und leckte ihn. Wichtig ist, die Achtsamkeit ganz auf den Stein zu richten.
Bei einer Variante der Steinmeditation (jeder andere Gegenstand tut es auch) legt man den Stein vor sich auf den Boden, fixiert ihn und richtet seine ganze Achtsamkeit auf ihn.
Dann gab es noch eine Meditation, bei der man seine Achtsamkeit auf ein vertrautes, erleuchtetes Wesen richtet. Das kann Buddha oder Jesus sein oder speziell für Persephone Wotan.

Bei all diesen Sitzmeditationen hatte ich wie befürchtet Rückenschmerzen, die hielten sich zwar in Grenzen, aber konzentrationsfördernd waren sie bestimmt nicht.
Am besten gefiel mir die Gehmeditation. Hier gilt es mit größter Achtsamkeit jeden Schritt zu tun, genau auf die einzelnen Stationen beim Abrollen des Fußes zu achten. Beim ersten mal gingen wir im Kreis und waren so viele, dass die Bewegung ins Stocken kam. Das war mir zu langsam. Beim zweiten mal durfte jeder in seinem Tempo gehen, immer noch langsam und bedächtig aber einen Tick schneller tapste ich barfuß über den Parkettboden und fühlte mich sehr wohl dabei.

Während der ersten Pause konnte sich jeder in eine Bestellliste für das Mittagessen eintragen. Bestellt wurde natürlich themengerecht bei einem asiatischen Imbiss. Ich wählte Tofugemüse mit Curry aus. Ich liebe Tofu.
Zu Beginn der Mittagspause schnappte ich mir dann die Kursleiter, denn ich hatte da eine Frage.

Klärung einiger Fragen

Da ich mich für alle Fälle absichern will, fragte ich, ob man über das Tibethaus eine Sterbebegleitung bekommen könne. Auf jeden Fall möchte ich eine spirituelle Sterbebegleitung haben. Christliche Priester scheinen mir nicht gut geeignet, da sie nicht an Karma und Reinkarnation glauben. Beim Buddhismus habe ich dafür das Problem mit der fehlenden Seele, aber ich muss wohl einen Kompromiss eingehen, weil eine hinduistische oder neuheidnische Sterbebegleitung kaum zu organisieren sein dürfte.
Eine Sterbebegleitung sei zwar noch nicht als Service des Tibethauses etabliert, aber einzelnde Mitarbeiter würden dies durchaus übernehmen. Birgit schrieb mir die Homepage von Dorothea Mihm www.praxis-adarsha.de auf, sie kümmere sich auch um Sterbebegleitung und habe einen weiten spirituellen Horizont. Vielleicht werde ich die Dame einmal kontaktieren. Sie bietet zwar auf der Webseite kostenpflichtige Seminare an, aber ob sie auch ans Sterbebett kommt, konnte ich von der Internetpräsenz nicht ablesen.
Im Tibethaus gäbe es demnächst eine Ausbildung zum Hospizbegleiter, ich werde das im Auge behalten.

Beim Mittagessen saßen die beiden Kursleiter bei mir am Tisch und ich nutzte die Gelegenheit, die beiden noch weiter zu löchern.
Ich sprach mein Problem mit dem “Tibetischen Buch vom Leben und Sterben an”.
Birgit und Martin gaben Entwarnung. Diese Sterbetradition sei eine Spezialität der tibetischen Karma Kagyü Linie. Das Tibethaus selbst gehöre einer anderen Linie an (der des Daila Lama) und für die gelte das alles nicht. Birgit meinte, sie glaube daran, das die Todeserlebnisse von der persönlichen Vorstellungswelt des Einzelnen abhängen und die Kagyü-Linie sei für westliche Menschen kaum geeignet, da man dieser Tradition aufwachsen müsse, um ihr innig verbunden sein zu können.
Puh, die düsteren Angstwolken zogen aus meiner Seele. Genauso hatte ich es mir auch immer vorgestellt, im Jenseits wird jeder so begrüßt, wie es am besten zu seinen inneren Bildern passt, um eben keine Angst aufkommen zu lassen.

Da bin ich auch schon beim nächsten Stichwort: Seele!
Ich fragte, ob es denn im Buddhismus wirklich keine Seele gäbe.
NEIN, NEIN, NEIN, es gibt keine Seele. Ich habe den Eindruck, den Seelenglauben finden Buddhisten sogar etwas naiv. Es gibt kein überdauerndes Selbst oder Seelenkern, kein atman, wie es die Hindus nennen. Die Erinnerung an das aktuelle Leben werden beim Tod gelöscht, sagte Martin.
Es gibt nichts. Der Buddhismus ist die Lehre vom Nichts. Man kommt aus dem Nichts, es gibt keine Schöpfung, man kehrt ein in einen endlosen Leidenskreislauf, aus dem man sich nur mit übermenschlicher Anstrengung befreien kann, um am Ende wieder ins Nichts einzugehen.
Taumel, grmpf, was soll das alles? Von allen Religionen ist der Buddhismus die am wenigsten sinnstiftende.
Während es Kurses hörte ich wieder Äußerungen wie: Buddhismus ist die Wissenschaft des Geistes oder Buddhismus ist eine Philosophie. Ja das passt und auf dieser Ebene befasse ich mich gerne mit dem Buddhismus. Aber er ist eben keine Religion, und da mir die re-ligio, die Rückbindung an Gott und Götter wichtig ist, muss ich hier einen anderen Pfad folgen.

Was Seele und Wiedergeburt betrifft, so halte ich es so, wie es in dem Büchlein “Der Glaube der Hindus” von Gottfried Hierzenberger beschrieben wird.


Nach der Vorstellung geht die Seele, die nicht als geistig sondern feinstofflich-leiblich (jiva) gedacht wird, beim Tod eines Menschen zu dem besonderen Himmel seines besonderen Gottes als Belohnung für die Verehrung dieser Gottheit ein.
Später kehrt diese Seele, in der ihr eigene Karma aus dem vergangenen Leben gespeichert ist, aber nur in der Meditation bewusst gemacht werden kann, wieder auf die Erde zurück und verbindet sich mit einem anderen Körper. Dies wird in der Art einer Übersiedlung von einer körperlichen Wohnstätte in die andere vorgestellt. Es ist ein unaufhörlicher Prozess und die Seele bleibt an das Rad gebunden (Seelenwanderung).

So gesehen ist die Sache klar: Wotan ich komme!

Ich glaube, dass die Erinnerung an die vergangenen Leben in der unsterblichen Seele gespeichert bleiben, auch wenn man im neuen Leben keinen Zugriff darauf hat, es sei denn man durchbricht durch Meditation, Trance oder Hypnose die Barriere zu den tieferen Schichten des Unbewussten. Die Seele ist wie ein Meer und reicht von der Oberfläche bis hinab in die Tiefsee. Gäbe es diesen Seelenspeicher nicht, könnte es auch keine Archetypen und das kollektive Unbewusste geben. Das gibt es aber ganz bestimmt, da bin ich sicher.

In den Pausen stöberte ich im Buchladen herum. Am Schluss folgte ich meinem Büchersammel-Trieb und kaufte das Buch: “Übung der Nacht – Tibetische Meditation in Schlaf und Traum”.
Hier geht es um lucides Träumen und um ein waches Bewusstsein während des Schlafes. Beides habe ich spontan schon erlebt. Da ich offenbar eine Begabung dafür habe, möchte ich diese Gabe vertiefen.
Birgit empfahl mir einen Workshop zu diesem Thema im Tibethaus. Ich könnte dabei auch ein persönliches Gespräch mit dem Meister bekommen, der das Seminar lehre. Vielleicht hätte er auch eine Heilpraxis für mich. Das ist sehr freundlich und zuvorkommend. Leider kollidiert das Seminar mit der RingCon und kostet darüber hinaus 180€, was ich mir sowieso nicht leisten kann.

Fazit

Die buddhistische Methode der Meditation fällt mir schwer. Besser komme ich zu recht mit esoterischer Meditation, die sich zum Beispiel um die Chakren dreht.
Schamanische Reisen sind auch eher mein Ding, sei die Trance nun durch Trommelbegleitung oder Tanz erreicht.
Was mir an den buddhistischen Methoden am ehesten liegen würde, wäre ein Mantragesang, wurde während des Kurses jedoch nicht angesprochen.

Das Tibethaus und seine Wirkenden ist sehr sympathisch und ich werde sicher nicht das letztemal dort gewesen sein.

Der Beitrag wurde am Dienstag 8. September 2009 um 22:17 veröffentlicht und wurde unter Seelenleben abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Keine Kommentare erlaubt.

« nächster Eintrag   vorheriger Eintrag »

Verschiedenes

Twitter

  • Twitter ist zur Zeit nicht erreichbar.

Archiv

Kategorien

Suche

RSS-Feeds

Anmeldung

Statistik

Benutzer: 13
Kommentare: 771
Posts öffentlich: 130
Posts privat: 23
Wörter gesamt: 226096
Wörter Ø pro Post: 1468
Besucher heute: 12
Besucher jetzt online: 0
Autoren: 1