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Tapferes Hinkebein

5. Juli 2009

Eine Geschichte über Schwarzkater Albus Dumbledore, der tapfere Hinkebein

Es geschah am Donnerstag, 18.Juni. Mein kleiner Kater Albie kam den ganzen Tag nicht von seinen Streifzügen nach Hause. Die letzte Spur von ihm, war eine erbeutete Maus, die ich auf halbem Weg zwischen meinem Bett und der Terrassentür entdeckte, während ich morgens um 7:00 kurz erwachte. Als ich später aufstand, war die Maus verschwunden. Später fand ich sie in der Gothic-Ecke liegen. Albie musste also zwischenzeitlich hier gewesen sein, dann verlor sich seine Spur.

Albie ist ein Freigänger. Dass er einige Stunden fort bleibt, ist nichts Ungewöhnliches. Aber den ganzen Tag war er noch nie fortgeblieben. Trotz allem blieb ich ruhig und hatte noch ein gutes Gefühl. Dennoch lief ich in der Nachbarschaft herum, in der Hoffnung irgendwo einen Blick auf ihn erhaschen zu können. Auch suchte ich die nahe Bundesstraße nach einer nieder gewalzten Katzenleiche ab. Nichts.

Abends gegen 20:00 erreichte mich die Kunde, eine kleine schwarze Katze sei am Straßenanfang unter einem Auto gesichtet worden. Ich lief von meinem Domizil am Ende der Straße nach vorne. Und tatsächlich, dort fand ich besagte Katze unter einem Wagen kauernd. Sie blickte mich mit Albies Augen an, aber der vermeintliche Albie erkannte mich nicht. Anstatt zu mir zu krabbeln, nahm er vor mir Reißaus. Er lief über die Straße in einen Hof hinein. Das Tor stand auf, also nichts wie hinterher. Weiter sprang die Katze durch den Hinterhof in einen eingezäunten Garten. Das Tor war nicht verschlossen, also weiter hinter her. Doch dann sprang die Katze über eine hohe Mauer. Die Verfolgung war vorbei. Mir war aufgefallen, dass die Katze einen schmalen, fettig glänzenden Schweif hatte. Albus hat jedoch einen buschigen Schweif. Er war es nicht.
Frustriert tapste ich nach Hause zurück, hatte ich doch so sehr gehofft, Albus wieder nach Hause zu bringen.

Die Sorge schnürte sich langsam um meinen Hals. Albus blieb die ganze Nacht verschwunden, ich konnte trotzdem erstaunlich gut schlafen.
Freitagmorgen verlangte mein alter Kater Q-de Lancie nach seinem Frühstück. Während ich in der Küche werkelte, stand plötzlich Albie im Raum. Welche Freude, der verlorene Gefährte hatte heim gefunden. Dass er nur auf drei Beinen lief und die rechte Hinterpfote eingezogen hatte, erschien mir nicht so schlimm. Vielleicht eine Fleischwunde vom Kampf mit einem Rivalen.
Erschöpft legte sich Albus im Schneiderzimmer auf den Sessel. Ich fand nur einen oberflächlichen Kratzer auf dem wunden Bein, trotzdem jaulte mein Kater vor Schmerz, wenn ich es berührte und legte sich so, dass ich das Beinchen nicht mehr belästigen konnte.

Zu beginn der Sprechstunde stelle ich Albus bei meiner Tierärztin vor. Sie warf nur einen kurzen Blick auf das Bein und sagte: “Oh weh”!
Mit dem Bein stimme etwas ganz und gar nicht, Verdacht auf Fraktur. Im schlimmsten Fall müsse Albies Bein mit Nageln versehen werden, die nach außen ragen. Grusel.
Sie schickte mich gleich in die Tierklinik nach Langen.
Der Chef persönlich nahm sich Albie an und besah das Bein. Er tippte auf eine Luxation des Sprunggelenks. Das Sprunggelenk (Karpalgelenk) verbindet bei Zehengängern Ferse und Unterschenkel. Die Haltebänder waren gerissen und das Gelenk gegeneinander verschoben. Sturz, Sprung oder Autounfall können Ursache einer solchen Verletzung sein, aber was wirklich passiert ist, werden wir nie erfahren.
Albie musste zum Röntgen und anschließender Operation über das Wochenende in der Klinik bleiben.

Natürlich wollte ich über das Wochenende telefonische Nachricht über Albies Befinden haben, aber offenbar telefonierten Klinik und ich immer aneinander vorbei und erreichten uns gegenseitig nicht.

Montag, 22.Juni, konnte ich Albus aus der Klinik abholen. Ein sehr dicker Verband zierte sein wundes Bein, das schlimmste aber war die Halskrause, die ihn abhalten sollte, den Verband abzurupfen.
Auf die eurostarke Rechnung hatte mich der Klinikchef schon vorbereitet, nicht aber auf den seltsamen Posten, der dort aufgeführt war: Ovariohysterektomie Hund.
Über die falsche Tierspezies könnte ich ja noch hinweg sehen, aber wie man meinem männlichen Tier Eierstöcke und Gebärmutter entfernt haben will, gab mir Rätsel auf, so dass ich nachfragte. Die Bestürzung war groß. Da hatte sich ein falscher Posten eingeschlichen, sehr zu meiner Freude und zum Bedauern der Klinik. Denn die richtige OP wäre 120€ teurer gewesen. Da ich aber schon bezahlt hatte, ging die falsche Rechnung zum Nachteil der Klinik. Die Behandlung war auch so teuer genug: 658,96 €
Dazu kommen weitere Kosten für Verbandswechsel, Röntgen, Fäden ziehen, Entfernung der Nägel.
Glücklicherweise half meine Mutter aus, sonst hätte ich die Rechnung nicht bezahlen können.

halskrause.jpg

Sechs Wochen muss Albus einen Verband tragen und darf in dieser Zeit nicht nach draußen. Dies ist für den kleinen Abenteurer das allerschlimmste. Drinnen ist ihm langweilig und er lauert auf jede Gelegenheit, bei der er doch entwischen könnte.
Die ersten zwei Wochen musste der Verband alle drei Tage bei der Tierärztin gewechselt werden, jetzt reicht einmal die Woche. Die Wechsel tun Albie sehr weh und er jault vor Schmerzen auf. Das ganze Bein ist kahl rasiert, wie dünn es ist ohne Fell. Die Halskrause muss er nicht mehr tragen, weil er seinen Verband in Ruhe lässt. Schlimmer war es anfangs mit dem Verband, der um einen Venenzugang am Vorderbein gewickelt war. Der war der Grund für die Halskrause. Die Kanüle wurde jedoch bald gezogen. Besonders für eine Katze ist eine Halskrause grausam. Sie kann sich nicht mehr putzen und ihre Orientierung durch die Schnurhaare ist lahm gelegt, so dass sie ständig überall anrempelt.

halskrause1.jpg

Freitag, 03.Juli, musste Albus in die Klinik zu Röntgen. Glücklicherweise sieht alles gut aus und Albie ist auf dem Weg der Besserung.
Was für ein tapferer, kleiner Kerl, wie er sich schwer verletzt bis nach Hause geschleppt hat. Vielleicht lag er nach dem Unfall erstmal eine Weile in einem Versteck, bis er überhaupt die Kraft fand, sich auf den Heimweg zu machen. Er hat wirklich einen Tapferkeitsorden verdient.

hinkebein.jpg

Dummerweise ist Albie heute, Sonntag 05.Juli nach draußen entwischt. Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis das passieren würde. Nun ist er schon den ganzen Tag fort und traut sich nicht mehr herein, weil er weiß, dass er dann wieder eingesperrt wird. Ich habe ihn einige male im Garten liegen sehen, also kein Grund zur Beunruhigung, und schließlich ist er heim gekehrt.
Sein Bein ist noch lange nicht verheilt und schmerzempfindlich. Neulich hatte er sich das Bein in der Stuhllehne verfangen, vor lauter Au gefiepst und sich erschrocken unter das Bett geflüchtet.
Ich bin froh, dass die moderne Tiermedizin all diese Möglichkeiten hat und Albie wieder ganz genesen kann. Früher hätten ihn Invalidität oder gar Tod erwartet.
Zu guter letzt hat mir eine Freundin von Frank, die Tierheilpraktikerin ist, noch einige hömoepathische Mittel genannt, die Albie bei seiner Genesung unterstützen können.

verband1.jpg

verband.jpg

Der Beitrag wurde am Sonntag 5. Juli 2009 um 17:46 veröffentlicht und wurde unter Oberwelt-Abenteuer abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

8 Kommentare

  • gwengwen sagt:

    Ich wünsche deinem Kater eine baldige Genesung. Vielleicht durch diese Erfahrung wird er vorsichtiger werden und besser auf Autos aufpassen.

  • AkaschaAkascha sagt:

    Ohje, der arme Albie. Ich wünsche ihm auf jeden Fall gute Besserung und dass er bald wieder richtig fitt ist und sein Beinchen gut verheilt. Ich leide immer furchtbar mit, wenn eines meiner Süßen etwas hat :( .

  • RavenRaven sagt:

    Armer Albie. :heul Sieht ja wirklich bedauernswert aus mit dem riesigen Kragen und dem dicken Verband.

    Aber trotz allem freue ich mich, dass es so ausgegangen ist. Ich denke mal – bzw. hoffe – dass es wieder ganz verheilt. Als er verschwunden war, habe ich wirklich schon das Schlimmste befürchtet und richtig mitgelitten. Ich konnte tagelang, auch nach der OP, ständig nur noch an den armen Albie denken.

    Mir bricht es immer das Herz, wenn ich Suchplakate für entlaufene Katzen an Straßenlaternen sehe. Die armen Katzen, die armen Eigentümer.
    Unser Skimble war damals auch längere Zeit weg und saß eines morgens mit einer tiefen Schnittverletzung im Bad. Da waren wir uns ziemlich sicher, dass das kein Unfall war.

    Ich bringe ihm ein Gute-Besserung-Geschenk mit, wenn ich komme und ihn endlich mal knuddeln kann. :)

    Die Tierarzt-Kosten sind natürlich heftig… Ständig trifft es die, die eh schon wenig Geld haben.

    Und ich finde immer noch, er und meine Minx könnten Geschwisterchen sein. ;)

  • PersephonePersephone sagt:

    Vielen Dank Euch alle für die Genesungswünsche. Ich werde sie Albie zuflüstern, auf dass sein Bein schneller heile.

    @Gwen: ob von einem Auto angefahren wurde, weiß ich nicht. Es ist eine Möglichkeit, aber wie gesagt, was tatsächlich vorgefallen ist, werden wir nie erfahren.

    @Akascha: schlimm es ist bei den Verbandswechseln, da fiept er immer vor Schmerz. Doch sonst kommt er gut mit der Verletzung zu recht und ist nicht viel weniger flink als vorher.

    @Raven: Die Suchplakate für verschwundene Katzen machen mich auch regelmäßig traurig.
    Ich glaube fast, Du hast mehr wegen Albie gelitten als ich. Ich bleibe bei sowas immer relativ ruhig. Glücklicherweise deutet bei Albie nichts auf einen mutwilligen Angriff hin wie damals bei Deinem Skimble. Sonst würde ich mich vor Rachlust verzehren, da wäre ich dann nicht mehr ruhig.
    Albie wird sich sicher sehr über Dein Gute-Besserung-Geschenk freuen. Minx als Albies große Schwester, süß! :einhorn:

  • andreaandrea sagt:

    Ich möchte ebenso deinem tapferen Katerchen alles Gute wünschen, das Kerlchen hat ja einiges durchgemacht, wie schön, dass die Heilung gut verläuft.

    Nicht so schön ist dieser hohe Rechnungsbetrag, aber Albie wird Dir das alles mit viel Liebe danken.

    Dir gehts hoffentlich auch ordentlich, dann komm heiter durch die Tage,

    liebe Grüsse
    Andrea

  • PersephonePersephone sagt:

    @Andrea
    Auch Dir vielen Dank für die Genesungswünsche. Das schlimmste für Albie ist im Moment, dass er nicht raus darf. Sonst geht es ihm gut, so lange nicht der Verband gewechselt wird. Heute bei der Tierärztin hat er wieder arg gefiept.

  • LianeLiane sagt:

    Der arme Kleine – diese Kragen sind wirklich schlimm. Der Kater meiner Eltern musste aus einem ähnlichen Grund mal einen tragen und er hat sich so schwer damit getan.
    Aber zum Glück geht es Albie wieder besser. Und er ist echt zuckersüß :cat

  • PersephonePersephone sagt:

    @Liane
    Den Kragen musste Albie zum Glück nicht lange tragen. Katzen während dadurch ihrer Orientierung durch die Schnurhaare beraubt und rempeln überall an.
    Die Gipsschale ist seit Montag ab, aber er hat immer noch einen Verband, weil er eine nässende Wunde an der Ferse hat. Flink springen kann er trotzdem wieder und er darf auch wieder raus gehen.
    Der Kater Deiner Eltern hat hoffentlich auch alles gut überstanden. :cat

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